Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Der Kniefall und seine Wirkung

Alle waren erleichtert. Die Synodalen gingen zufrieden nach Hause. Wirklich zufrieden aber waren nur die Konservativen. Sie hatten ihr mit Drohungen untermauertes Ziel erreicht. Der befürchtete Eklat war vermieden worden. Aber um welchen Preis?

Der Theologische Ausschuss und der Rechtsausschuss hatten der Synode ein Ergänzungsgesetz zum EKD-Gesetz vorgelegt, in dem Ehe und Familie als die gemäße Lebensform für Pfarrerinnen und Pfarrern festgeschrieben wird, um  dem EKD-Gesetz überhaupt eine Chance zu geben und homosexuelle Partnerschaften als Ausnahmefall zu ermöglichen. Landesbischof Bohl wies ausführlich darauf hin, dass es sich ja nur um eine Ausnahme handelt und jeder Einzelfall genauestens geprüft wird und sich daraus keinesfalls ein Automatismus herleiten dürfe.

Vorsichtig ausgedrückt: das war ein Kniefall der Synode vor dem landeskirchlichen Pietismus! Er schreibt die Diskriminierung Homosexueller in unserer Kirche weiterhin fest.

Und die Wirkung dieser Unterwürfigkeit? In einer Stellungnahme (zu lesen im SONNTAG vom 6. Mai) dankt die Sächsische Bekenntnis-Initiative der Synode für die Verabschiedung des Ergänzungsgesetzes zum Pfarrerdienstgesetz und stellt fest: „Ein Zusammenleben von Pfarrerinnen und Pfarrern in homosexuellen Partnerschaften in sächsischen Pfarrhäusern ist somit dem Grundsatz nach nicht möglich.“ Sie fügt ihr Bedauern hinzu, dass es dennoch „in seelsorgerlichen Ausnahmefällen Einzelerlaubnisse für homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus geben kann“. Und sie setzt erneut zum Kampf an: „Wir erwarten, dass auch dieser Punkt im angestrebten Gesprächsprozess weiterhin eine Rolle spielt“.

8. Mai 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Nachklang

Am Sonnabend in der Dresdner Dreikönigskirche trafen sich Freundinnen und Freunde des Lesbisch-Schwulen Pfarrkonvents und des Christlich-schwul-lesbischen Stammtisches, um in den Tagungspausen zu Gesprächen zur Verfügung zu stehen. Die Synodalkanzlei hatte uns wie auch der Bekenntnisinitiative einen Tisch im Foyer zur Verfügung gestellt.

Es kam zu vielen Gesprächen mit interessierten Synodalen. Ein Mitglied der Kirchenleitung dankte uns dafür, dass wir eine sachliche und konstruktive Haltung an den Tag gelegt haben und nicht provokativ aufgetreten sind. Frau Tabea Köbsch, die Vorsitzende des Sozial-Ethischen Ausschusses der Landessynode ließ uns über Markus Pöche ein herzliches Dankeschön für unser Engagement ausrichten und stellte fest: “Ohne diese guten Gespräche an Ihrem Tisch wäre wahrscheinlich einiges anders gelaufen”.

26. April 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Wandertag

HERZLICHE EINLADUNG ZUR WANDERUNG AM 1. MAI 2012

Ausrüstung:  für Unterwegs Getränke, gutes Schuhwerk
Treffpunkt:  Dresden-Hbf um 8:30 Gleis 13
Abfahrt:     S-Bahn S 3 ab 8:37 Uhr
Treffpunkt für Autofahrer: S-Bahnhof Tharandt um 8:54 Uhr
Andacht:     in der Bergkirche
Wanderung: über die Burgruine und durch den Forstgarten
Tharandt - wer war schon mal in den Rocky Mountains und
hat deren Flora kennen gelernt? Es wird spannender, als
man vermuten könnte!
Mittagessen: im Gasthaus Pension "Waldblick",
für 13:00 Uhr sind Plätze reserviert
Rückfahrt:   voraussichtlich Bus 400,
z. B. ab Hartha-Siedlung ab 16:03 Uhr
--> Ankunft in Tharandt Bf. an 16:11 Uhr
--> Ankunft in Dresden Hbf an 16:40 Uhr
Viel Vergnügen - und bitte kommt zahlreich, dann macht es
mehr Spaß, durch die Natur zu wandern 
Seid lieb gegrüßt
Euer Paul
25. April 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

positiv und zugleich erniedrigend

Die drohende Spaltung der Kirche sei verhindert worden, stellt Synodalpräsident Guse nach der Frühjahrstagung der Landessynode fest. „Der Ausgleich ist gelungen“, meint Landesbischof Bohl. „Viele Geschwister werden dankbar sein für das, was wir hier beschlossen haben“ sagt Pfarrer Klemm von der Sächsischen Bekenntnisinitiative.

Erleichterung also auf allen Seiten nach dem Streit um die Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare, der zu einer Zerreißprobe geworden war.

Mit nur zwei Gegenstimmen hat die sächsische Landessynode am späten Sonntagnachmittag eine Erklärung beschlossen. Ihre zwei wichtigsten Inhalte: Der Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar, wonach das Zusammenleben homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer im Pfarrhaus im Einzelfall möglich ist, wird in seiner Bedeutung »betont«. Und zweitens: Ehe und Familie werden in »besonderer Weise biblisch als Gaben Gottes bezeugt«.

Aber es bleibt ein fader Nachgeschmack. Die Erklärung der Synode ist ein Dokument der Diskriminierung Homosexueller. Erst nach einem besonderen Prüfverfahren („seelsorgerliche Einzelfallprüfung“) im Landeskirchenamt und nach einer ausdrücklichen Genehmigung der betreffenden Gemeinde wird das Zusammenleben Homosexueller in einem Pfarrhaus geduldet. Das Hervorheben der Bedeutung von Ehe und Familie degradiert Eingetragene Lebensgemeinschaften als nicht übereinstimmend mit der Botschaft der Bibel.

„Nur den halben Weg gegangen“ stellt die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) fest.
Auch die Synode selber ist sich bewusst, dass weitere Schritte folgen müssen. Sie regt in ihrer Erklärung einen Gesprächsprozess über das Schriftverständnis im Allgemeinen und über die strittigen ethischen Fragen im Besonderen an. Dafür schlägt sie einen bedenklich langen Zeitraum von drei Jahren vor.

24. April 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

spannendes Wochenende

Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen darf sich an diesem Wochenende eines deutschlandweiten Interesses erfreuen. Der Anlass aber ist nicht gerade löblich. „Tür zu“ titelt SPIEGEL ONLINE  (http://www.spiegel.de), und berichtet über die Forderung der „orthodoxen“ Christen Sachsens, homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern das gemeinsame Wohnen im Pfarrhaus zu verbieten.

Das Parlament der sächsischen Landeskirche tagt an diesem Wochenende und wird über den Beschluss der Kirchenleitung vom Januar abstimmen, der eine Öffnung der Pfarrhäuser für Homosexuelle unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht. Die Konservativen in der Landeskirche wollen diese Öffnung der Pfarrhäuser für Homosexuelle verhindern.

Die Kirchenzeitung der sächsischen Landeskirche DER SONNTAG bringt an diesem Wochenende einen Beitrag von Andreas Roth unter der Frage „Was gilt denn nun?“ (http://www.evlks.de/aktuelles/der_sonntag/index.html) . Roth stellt fest, dass Jesus die alttestamentlichen Gebote sehr ernst nimmt. Doch hat er das Gebot der Liebe über alle anderen Gebote gestellt. „Dort, wo das biblische Gesetz den Geist der Liebe Gottes hindert, ist Jesus kein Prinzipienreiter. Er verdammt die Ausgegrenzten seiner Zeit nicht, über die die Frommen die Nase rümpfen. Sondern sucht ihre Nähe.“

Gibt es eigentlich einen Zweifel, wenn wir fragen, wie ein Synodalbeschluss aussehen müsste, der vom Geist der Liebe Gottes geleitet ist?

20. April 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Abstimmung in der Synode

Die Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen wird sich bei ihrer Frühjahrstagung mit dem Thema Homosexualität beschäftigen und über den Kompromiss der Kirchenleitung vom 21.01.2012 abstimmen. Dafür soll es am Sonnabend, dem 21. April einen Thementag geben. Die Kirchenleitung hatte beschlossen, homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern unter bestimmten Voraussetzungen das gemeinsame Wohnen im Pfarrhaus zu gestatten.
Die Landessynode tagt im Festsaal der Dresdner Dreikönigskirche, Hauptstraße 21. Besucher können auf der Empore des Festsaales das Geschehen beobachten. In den Pausen wird es Info-Tische vor dem Festsaal geben für PRO und für CONTRA. Wir werden also zusammen mit dem Lesbisch-schwulen Pfarrkonvent an einem Tisch vertreten sein.
Wir laden euch ein, wenn möglich zu dieser Tagung zu kommen, um unsere Hoffnungen und Wünsche zu vertreten. Die Plenarsitzung beginnt am 21. April um 9:00 Uhr. Wir  können bereits zur Morgenandacht um 08:30 Uhr in der Kirche da sein.

7. April 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

neuer Superintendent möchte gleichgeschlechtliche Paare segnen

Der bisherige Grimmaer Pfarrer Christian Behr tritt am 1. April im Kirchenbezirk Dresden-Mitte sein Amt als Nachfolger von Dr. Peter Meis an. In einem Interview mit den “Dresdner Neuesten Nachrichten” vom 31. März bekennt er sich zum Engagement für eine mutige Kirche.
Wir müssen nach Wegen suchen, “wie die Gesellschaft sozialer, menschen-würdiger gestaltet werden kann. Da sollten wir starke deutliche Worte finden.”
Allzuoft sieht er seine Kirche hinter Veränderungen in der Gesellschaft zurückbleiben. Als Beispiel dafür nennt er die Diskussion um homosexuelle Pfarrer. Er jedenfalls warte auf die Möglichkeit, als Pfarrer auch gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. “Von Christus sind wir angehalten, alle Menschen als gleich vor Gott zu betrachten und ihre Nöte zu teilen.”

 

31. März 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Die Kirche in Bayern öffnet ihre Pfarrhäuser

Während in der sächsischen Landeskirche noch heiß diskutiert wird und die Frage, wie die Synode entscheiden wird, völlig offen ist, dürfen homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer in Bayern nun offiziell mit ihren Partner/innen im Pfarrhaus leben.
Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern stimmte am 15. März mit großer Mehrheit bei zehn Gegenstimmen einer entsprechenden Ausführungsbestimmung zum Pfarrdienstgesetz der EKD zu.
Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wird voraussichtlich am 21. April darüber abstimmen.

27. März 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Umfrage: Christ und homosexuell

Die aktuelle Diskussion in der Landeskirche hat einige Frauen von der LuK in Sachsen auf die Idee gebracht, mit einer Umfrage zu zeigen, dass es eine ganze Menge Lesben und Schwule gibt, die sich dem christlichen Glauben verbunden fühlen, und auf deren Rücken die derzeitige Debatte ausgetragen wird. Um das zeigen zu können, starten sie eine Umfrage, um die dabei erhobenen Daten in die aktuelle Diskussion einzubringen. Es sollten sich möglichst viele Lesben und Schwule daran beteiligen - ob mit Interesse an Kirche oder nicht - um ein möglichst treffendes Bild zu zeichnen. Bitte gebt den Link weiter an Freunde und Bekannte. Die Teilnahme an der Umfrage dauert höchstens 5 Minuten. Und hier findet Ihr sie:   http://hellbunt.de/luk/

 

5. März 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Zerreißprobe?

Der Beschluss der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 21. Januar über die Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuelle Paare hat zu heftigen Diskussionen geführt. Selbst unter Betroffenen gehen die Meinungen auseinander. Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent z.B. begrüßt diesen Beschluss, andere lehnen ihn als schwammig ab. Die Konservativen aber haben zum Boykott aufgerufen und drohen mit Kirchenspaltung.

  • Bekenntnisinitiative
    Bald nach dem Beschluss der Kirchenleitung hat sich die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ gegründet, die mit einer eigenen Internetseite ( http://www.bekenntnisinitiative.de/) zur Unterschrift unter eine Erklärung aufruft. Darin heißt es: „Wir erwarten von der Landessynode dringend ein Kirchengesetz, das uns auch weiterhin Loyalität zu den Beschlüssen der Landeskirche ermöglicht und uns vor Regelungen und Situationen bewahrt, die wir als schrift- und bekenntniswidrig ablehnen müssen.“
    Auf dieser Internetseite ruft die Initiative sogar zur „Fürbitte für die Geltung der Bibel“ auf.
    In einer maßlos übertriebenen Einseitigkeit wird davon ausgegangen, dass jede von der eigenen Interpretation der Bibel abweichende Auslegung „schrift- und bekenntniswidrig“ ist.
  • Offener Brief junger sächsischer Theologinnen und Theologen
    In einem offenen Brief wenden sich ca. 80 Studierende und Professoren aus Leipzig an die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ und bitten um Korrektur einiger fragwürdiger Argumente in ihrer Erklärung.
    „Wir können es nicht verstehen, dass die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ die Frage nach der Homosexualität zur Bekenntnisfrage erhebt“ heißt es in diesem Brief.
    Zur Behauptung der „Sächsischen Bekenntnis-Initiative“, dass Bibel und Bekenntnisschriften im Leben homosexuell geprägter Theologinnen und Theologen keine Rolle spielen, schreiben die jungen Theologinnen und Theologen: „Wir erkennen hingegen, dass es gerade unter solchen Theologinnen und Theologen ein besonderes Ringen um den Umgang mit Schrift und Bekenntnis gibt.“
    Als extrem bedenklich wird es in diesem Brief bezeichnet, dass „unseren berufenen Mitgliedern der Kirchenleitung mit Argumenten entgegengetreten wird, die den Raum der Wahrheit und der sachlichen Argumentation verlassen“.
    Hier der Wortlaut des Briefes mit der Möglichkeit, ihn zu unterzeichnen:   www.offenerbrief-sachsen.de /  Kontakt: theologiestudierende@googlemail.com
  • bleibende Bedeutung von Ehe und Familie
    Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent unserer Landeskirche stellt in einem Brief an Landesbischof Bohl fest, dass für ihn das Leitbild von Ehe und Familie nicht in Frage steht. Damit reagiert er auf ein Argument, das von den Gegnern der Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare immer wieder angeführt wird.
    Der Konvent begrüßt den Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar 2012 und bekräftigt die bleibende Bedeutung von Ehe und Familie für unsere Gesellschaft und unsere Kirche, die auf Treue, Verlässlichkeit und Dauer angelegt ist.
    Der Konvent stellt fest, dass die genannten Maßstäbe auch als Grundlage für gleichgeschlechtliche Partnerschaften gelten und ist darüber erfreut, „dass der Weg in die eingetragene Partnerschaft uns jetzt offen steht“.
  • Thementag der Landessynode
    Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wird sich Ende April mit den anstehenden Fragen beschäftigen und im Zusammenhang mit dem neuen Pfarrerdienstgesetz eine Abstimmung herbeiführen.
    Dazu gibt es am Sonnabend, 21. April einen Thementag. Wir werden bei dieser öffentlichen Veranstaltung präsent sein.
    Die Synode tagt in der Dreikönigskirche, Hauptstraße 21.
26. Februar 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst
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