Alle waren erleichtert. Die Synodalen gingen zufrieden nach Hause. Wirklich zufrieden aber waren nur die Konservativen. Sie hatten ihr mit Drohungen untermauertes Ziel erreicht. Der befürchtete Eklat war vermieden worden. Aber um welchen Preis?
Der Theologische Ausschuss und der Rechtsausschuss hatten der Synode ein Ergänzungsgesetz zum EKD-Gesetz vorgelegt, in dem Ehe und Familie als die gemäße Lebensform für Pfarrerinnen und Pfarrern festgeschrieben wird, um dem EKD-Gesetz überhaupt eine Chance zu geben und homosexuelle Partnerschaften als Ausnahmefall zu ermöglichen. Landesbischof Bohl wies ausführlich darauf hin, dass es sich ja nur um eine Ausnahme handelt und jeder Einzelfall genauestens geprüft wird und sich daraus keinesfalls ein Automatismus herleiten dürfe.
Vorsichtig ausgedrückt: das war ein Kniefall der Synode vor dem landeskirchlichen Pietismus! Er schreibt die Diskriminierung Homosexueller in unserer Kirche weiterhin fest.
Und die Wirkung dieser Unterwürfigkeit? In einer Stellungnahme (zu lesen im SONNTAG vom 6. Mai) dankt die Sächsische Bekenntnis-Initiative der Synode für die Verabschiedung des Ergänzungsgesetzes zum Pfarrerdienstgesetz und stellt fest: „Ein Zusammenleben von Pfarrerinnen und Pfarrern in homosexuellen Partnerschaften in sächsischen Pfarrhäusern ist somit dem Grundsatz nach nicht möglich.“ Sie fügt ihr Bedauern hinzu, dass es dennoch „in seelsorgerlichen Ausnahmefällen Einzelerlaubnisse für homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus geben kann“. Und sie setzt erneut zum Kampf an: „Wir erwarten, dass auch dieser Punkt im angestrebten Gesprächsprozess weiterhin eine Rolle spielt“.
Am Sonnabend in der Dresdner Dreikönigskirche trafen sich Freundinnen und Freunde des Lesbisch-Schwulen Pfarrkonvents und des Christlich-schwul-lesbischen Stammtisches, um in den Tagungspausen zu Gesprächen zur Verfügung zu stehen. Die Synodalkanzlei hatte uns wie auch der Bekenntnisinitiative einen Tisch im Foyer zur Verfügung gestellt.
Es kam zu vielen Gesprächen mit interessierten Synodalen. Ein Mitglied der Kirchenleitung dankte uns dafür, dass wir eine sachliche und konstruktive Haltung an den Tag gelegt haben und nicht provokativ aufgetreten sind. Frau Tabea Köbsch, die Vorsitzende des Sozial-Ethischen Ausschusses der Landessynode ließ uns über Markus Pöche ein herzliches Dankeschön für unser Engagement ausrichten und stellte fest: “Ohne diese guten Gespräche an Ihrem Tisch wäre wahrscheinlich einiges anders gelaufen”.
HERZLICHE EINLADUNG ZUR WANDERUNG AM 1. MAI 2012 Ausrüstung: für Unterwegs Getränke, gutes Schuhwerk Treffpunkt: Dresden-Hbf um 8:30 Gleis 13 Abfahrt: S-Bahn S 3 ab 8:37 Uhr Treffpunkt für Autofahrer: S-Bahnhof Tharandt um 8:54 Uhr Andacht: in der Bergkirche Wanderung: über die Burgruine und durch den Forstgarten Tharandt - wer war schon mal in den Rocky Mountains und hat deren Flora kennen gelernt? Es wird spannender, als man vermuten könnte! Mittagessen: im Gasthaus Pension "Waldblick", für 13:00 Uhr sind Plätze reserviert Rückfahrt: voraussichtlich Bus 400, z. B. ab Hartha-Siedlung ab 16:03 Uhr --> Ankunft in Tharandt Bf. an 16:11 Uhr --> Ankunft in Dresden Hbf an 16:40 Uhr Viel Vergnügen - und bitte kommt zahlreich, dann macht es mehr Spaß, durch die Natur zu wandern Seid lieb gegrüßt Euer Paul
Die drohende Spaltung der Kirche sei verhindert worden, stellt Synodalpräsident Guse nach der Frühjahrstagung der Landessynode fest. „Der Ausgleich ist gelungen“, meint Landesbischof Bohl. „Viele Geschwister werden dankbar sein für das, was wir hier beschlossen haben“ sagt Pfarrer Klemm von der Sächsischen Bekenntnisinitiative.
Erleichterung also auf allen Seiten nach dem Streit um die Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare, der zu einer Zerreißprobe geworden war.
Mit nur zwei Gegenstimmen hat die sächsische Landessynode am späten Sonntagnachmittag eine Erklärung beschlossen. Ihre zwei wichtigsten Inhalte: Der Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar, wonach das Zusammenleben homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer im Pfarrhaus im Einzelfall möglich ist, wird in seiner Bedeutung »betont«. Und zweitens: Ehe und Familie werden in »besonderer Weise biblisch als Gaben Gottes bezeugt«.
Aber es bleibt ein fader Nachgeschmack. Die Erklärung der Synode ist ein Dokument der Diskriminierung Homosexueller. Erst nach einem besonderen Prüfverfahren („seelsorgerliche Einzelfallprüfung“) im Landeskirchenamt und nach einer ausdrücklichen Genehmigung der betreffenden Gemeinde wird das Zusammenleben Homosexueller in einem Pfarrhaus geduldet. Das Hervorheben der Bedeutung von Ehe und Familie degradiert Eingetragene Lebensgemeinschaften als nicht übereinstimmend mit der Botschaft der Bibel.
„Nur den halben Weg gegangen“ stellt die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) fest.
Auch die Synode selber ist sich bewusst, dass weitere Schritte folgen müssen. Sie regt in ihrer Erklärung einen Gesprächsprozess über das Schriftverständnis im Allgemeinen und über die strittigen ethischen Fragen im Besonderen an. Dafür schlägt sie einen bedenklich langen Zeitraum von drei Jahren vor.
Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen darf sich an diesem Wochenende eines deutschlandweiten Interesses erfreuen. Der Anlass aber ist nicht gerade löblich. „Tür zu“ titelt SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de), und berichtet über die Forderung der „orthodoxen“ Christen Sachsens, homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern das gemeinsame Wohnen im Pfarrhaus zu verbieten.
Das Parlament der sächsischen Landeskirche tagt an diesem Wochenende und wird über den Beschluss der Kirchenleitung vom Januar abstimmen, der eine Öffnung der Pfarrhäuser für Homosexuelle unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht. Die Konservativen in der Landeskirche wollen diese Öffnung der Pfarrhäuser für Homosexuelle verhindern.
Die Kirchenzeitung der sächsischen Landeskirche DER SONNTAG bringt an diesem Wochenende einen Beitrag von Andreas Roth unter der Frage „Was gilt denn nun?“ (http://www.evlks.de/aktuelles/der_sonntag/index.html) . Roth stellt fest, dass Jesus die alttestamentlichen Gebote sehr ernst nimmt. Doch hat er das Gebot der Liebe über alle anderen Gebote gestellt. „Dort, wo das biblische Gesetz den Geist der Liebe Gottes hindert, ist Jesus kein Prinzipienreiter. Er verdammt die Ausgegrenzten seiner Zeit nicht, über die die Frommen die Nase rümpfen. Sondern sucht ihre Nähe.“
Gibt es eigentlich einen Zweifel, wenn wir fragen, wie ein Synodalbeschluss aussehen müsste, der vom Geist der Liebe Gottes geleitet ist?
Die Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen wird sich bei ihrer Frühjahrstagung mit dem Thema Homosexualität beschäftigen und über den Kompromiss der Kirchenleitung vom 21.01.2012 abstimmen. Dafür soll es am Sonnabend, dem 21. April einen Thementag geben. Die Kirchenleitung hatte beschlossen, homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern unter bestimmten Voraussetzungen das gemeinsame Wohnen im Pfarrhaus zu gestatten.
Die Landessynode tagt im Festsaal der Dresdner Dreikönigskirche, Hauptstraße 21. Besucher können auf der Empore des Festsaales das Geschehen beobachten. In den Pausen wird es Info-Tische vor dem Festsaal geben für PRO und für CONTRA. Wir werden also zusammen mit dem Lesbisch-schwulen Pfarrkonvent an einem Tisch vertreten sein.
Wir laden euch ein, wenn möglich zu dieser Tagung zu kommen, um unsere Hoffnungen und Wünsche zu vertreten. Die Plenarsitzung beginnt am 21. April um 9:00 Uhr. Wir können bereits zur Morgenandacht um 08:30 Uhr in der Kirche da sein.
Der bisherige Grimmaer Pfarrer Christian Behr tritt am 1. April im Kirchenbezirk Dresden-Mitte sein Amt als Nachfolger von Dr. Peter Meis an. In einem Interview mit den “Dresdner Neuesten Nachrichten” vom 31. März bekennt er sich zum Engagement für eine mutige Kirche.
Wir müssen nach Wegen suchen, “wie die Gesellschaft sozialer, menschen-würdiger gestaltet werden kann. Da sollten wir starke deutliche Worte finden.”
Allzuoft sieht er seine Kirche hinter Veränderungen in der Gesellschaft zurückbleiben. Als Beispiel dafür nennt er die Diskussion um homosexuelle Pfarrer. Er jedenfalls warte auf die Möglichkeit, als Pfarrer auch gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. “Von Christus sind wir angehalten, alle Menschen als gleich vor Gott zu betrachten und ihre Nöte zu teilen.”
Während in der sächsischen Landeskirche noch heiß diskutiert wird und die Frage, wie die Synode entscheiden wird, völlig offen ist, dürfen homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer in Bayern nun offiziell mit ihren Partner/innen im Pfarrhaus leben.
Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche in Bayern stimmte am 15. März mit großer Mehrheit bei zehn Gegenstimmen einer entsprechenden Ausführungsbestimmung zum Pfarrdienstgesetz der EKD zu.
Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wird voraussichtlich am 21. April darüber abstimmen.
Die aktuelle Diskussion in der Landeskirche hat einige Frauen von der LuK in Sachsen auf die Idee gebracht, mit einer Umfrage zu zeigen, dass es eine ganze Menge Lesben und Schwule gibt, die sich dem christlichen Glauben verbunden fühlen, und auf deren Rücken die derzeitige Debatte ausgetragen wird. Um das zeigen zu können, starten sie eine Umfrage, um die dabei erhobenen Daten in die aktuelle Diskussion einzubringen. Es sollten sich möglichst viele Lesben und Schwule daran beteiligen - ob mit Interesse an Kirche oder nicht - um ein möglichst treffendes Bild zu zeichnen. Bitte gebt den Link weiter an Freunde und Bekannte. Die Teilnahme an der Umfrage dauert höchstens 5 Minuten. Und hier findet Ihr sie: http://hellbunt.de/luk/
Der Beschluss der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 21. Januar über die Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuelle Paare hat zu heftigen Diskussionen geführt. Selbst unter Betroffenen gehen die Meinungen auseinander. Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent z.B. begrüßt diesen Beschluss, andere lehnen ihn als schwammig ab. Die Konservativen aber haben zum Boykott aufgerufen und drohen mit Kirchenspaltung.