Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Kommentar zum Kompromiss der Kirchenleitung

Lesben und Schwule werden diskriminiert und gemobbt – nach wie vor
Die in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens geltenden Regeln zum Umgang mit homosexuellen Gemeindegliedern und Mitarbeiter/innen sind diskriminierend. Der am 21. Januar von der Kirchenleitung beschlossene Kompromiss macht das einmal mehr deutlich und ändert daran überhaupt nichts. So soll künftig homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern das Zusammenleben im Pfarrhaus unter Auflagen gestattet werden -

1)  nur als Einzelfalllösung
2)  wenn der Kirchenvorstand „einmütig“ zustimmt
3)  wenn die Betroffenen verpartnert sind

Dennoch begrüße ich diesen Beschluss. Natürlich ist er ein Kompromiss auf der untersten Ebene. Aber ich sehe ihn als einen wichtigen Schritt hin zu Veränderungen in unserer Landeskirche. Nun wird es auf die Synode ankommen, die ja diesen Beschluss der Kirchenleitung auch kippen kann. Wir sind guter Hoffnung, dass die Synode im April weitergehende Regelungen beschließen und z.B. auch die Einsegnung gleichgeschlechtlicher Paare ermöglichen wird.
In der Frage des Zusammenlebens im Pfarrhaus halten wir es für wichtig, dass der jeweilige Kirchenvorstand einverstanden ist. Es ist richtig, dass dies als Voraussetzung gilt. Wenn ein Kirchenvorstand nicht hinter dem Pfarrer, der Pfarrerin, stünde, dann wären Probleme  vorprogrammiert.
Neue Regelungen in unserer Landeskirche müssen außerdem die entschiedene Gegnerschaft der Fundamentalisten berücksichtigen. Das ist kein Einknicken, sondern ein Ernstnehmen der Wirklichkeit. Die volle Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensformen in unserer Landeskirche kann nicht von heut auf morgen erreicht werden. Das ist ein längerer Prozess, der unseren entschiedenen Einsatz, aber auch unsere Geduld braucht.
Ich habe keine Bedenken, dass es nur wenige Kirchenvorstände geben könnte, die zu einer Zustimmung bereit sind. Es gibt schon Beispiele, wo Kirchenvorstände nach ihrer Bereitschaft zur Zusammenarbeit gefragt wurden und sich einmütig hinter die lesbische Pfarrerin, den schwulen Pfarrer gestellt haben. Natürlich wird es auch Ablehnungen geben – nicht nur durch Kirchenvorstände, auch durch Superintendenten (wie in einem Fall geschehen!)
Die Verpartnerung als weitere Voraussetzung kann ich auch tolerieren. Es ist ja fast ein Witz, dass auf diese Weise, sozusagen durch die Hintertür, in unserer Landeskirche die Inanspruchnahme des Partnerschaftsgesetzes legalisiert wird. Bis jetzt ist sie Mitarbeitern/innen im Verkündigungsdienst nämlich strickt untersagt.
Trotz meiner Zustimmung zu diesem Kompromiss bleibe ich bei meiner Meinung: Es ist ein Skandal, dass ausgerechnet in der Kirche Homosexuelle diskriminiert, gemobbt und ausgegrenzt werden. Das schlägt der Liebe Christi ins Gesicht!
Horst Rasche

24. Januar 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Gute Nachricht: Kompromiss im Umgang zu Homosexualität und Pfarrhaus

In versöhnter Verschiedenheit beieinander bleiben
In ihrer Klausurtagung am 20. und 21. Januar 2012 hat sich die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens intensiv mit der Frage des Umgangs mit Homosexualität beschäftigt.
Die Kirchenleitung bekräftigt die bleibende Bedeutung der biblischen Ordnung von Ehe und Familie als Leitbild des Zusammenlebens von Frau und Mann. Des Weiteren sollen um der Einheit der Landeskirche willen die Feststellungen der Kirchenleitung vom 29. August 2001 fortgeschrieben werden. Die Landeskirche behält sich vor, in Einzelfällen gleichgeschlechtlichen Paaren das gemeinsame Leben im Pfarrhaus zu gestatten. Dies setzt die einmütige Zustimmung des zuständigen Kirchenvorstandes zwingend voraus und ist nur bei Eingetragenen Lebenspartnerschaften möglich.
Landesbischof Jochen Bohl wies in seiner Erklärung auf die stark gegensätzlichen Auffassungen in der sächsischen Landeskirche hin, welche nur durch ein gegenseitiges Respektieren und Achten der jeweils anderen Auffassung überwunden werden können. „Ich hoffe, dass die Christinnen und Christen in den Kirchgemeinden unserer Landeskirche diese Entscheidung der Kirchenleitung mittragen werden. Ich bin sicher, dass homosexuell geprägte Menschen, mit denen wir in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind, als Schwestern und Brüder im Glauben akzeptiert werden“, so Bohl.
Eine wichtige Grundlage der Beratung bildete der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Homosexualität in biblischem Verständnis“. Die Kirchenleitung würdigt den gefundenen Konsens der AG in wichtigen Aspekten. So schließt sie sich ausdrücklich der Einsicht an, dass der status confessionis nicht gegeben ist.
Quelle: www.evlks.de

21. Januar 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Ein Leiden ist Homosexualität nicht – aber ihre Verdrängung ist es

-  aus DER SONNTAG, Kirchenzeitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 22.1.2012  -
Er wollte ein guter Ehemann sein und ein guter Christ. Er litt, weil sein Herz für Männer schlägt.
Er schenkte ihr immer weiße Rosen. Nie rote. »Weil Du so rein bist«, sagte er dann zu ihr. Nie sagte er: Ich liebe dich. Sie bat ihn: »Schauspielere doch mal und sag es wenigstens ein einziges Mal.« Er konnte es nicht. Sie war seine Frau.
Sein Vater, Pfarrer auf dem sächsischen Land, hatte ihm beschieden: »Homo¬sexualität kommt in Gottes Schöpfungsordnung nicht vor.« Martin Paul (alle Namen geändert) nahm es als Gesetz. Legte einen eisernen Ring um sein Herz. Es fühlte anders, als es durfte. Als es sollte. Schwul zu sein, das war für ihn schweinisch, das war gegen Gott. Als er 30 wurde, hatte er noch nie einen Menschen geküsst. Und dann kam sie. Sagte: »Martin, du bist schön.«
So etwas hatte er nie zuvor gehört. Martin und Katrin heirateten, bekamen drei Kinder. Eine christliche Ehe. 16 Jahre lang.
»Ich habe immer versucht, meiner Frau ein passender Ehemann zu sein, ich wollte sie auf Händen tragen und in den Himmel führen«, erinnert sich Martin Paul. Aber es wurde und wurde keine Liebe daraus. »Er hat es versucht«, sagt Katrin Paul. »Aber wir sind eigentlich mehr wie Geschwister.«
Doch es ging. Er sagte ihr: »Ich finde Männer so schön.« Sie antwortete: »Ich finde Männer auch so schön.« Vor allem aber waren sie einander treu, das trug. Der eiserne Ring jedoch zog sich immer fester um Martin Pauls Herz.
Sein Leben wurde zu einem Hindernislauf. So viele Ansprüche, denen er genügen musste. So viele Fallen, so viele Verstecke. Er entwickelte Pläne, an deren Ende eine Beerdigung gestanden hätte – wenigstens das sollte ehrenvoll sein. Paul stürzte sich in die Arbeit, um zu entkommen. Er verausgabte sich. Bis zum Zusammenbruch.
Thorsten Kohlmann ist ein Mann mit kräftigem Händedruck. Ein Handwerker mit Sinn fürs Praktische. Nie hätte er gedacht, dass es ihn trifft. Ihn, der behütet in einer evangelischen Handwerkerfamilie aufgewachsen war. Evangelischer Kindergarten, Junge Gemeinde, Kirchvorsteher. Von Schwulen hatte er in seiner Jugend gehört – um keinen Preis wollte er dazugehören.
Kohlmann fand eine Frau, eine sehr gute und liebe Frau, sagt er. Bekam eine Tochter mit ihr. »Es war keine schlechte Ehe«, sagt er. Die Anziehungskraft, die später zwischen ihnen fehlte, glichen sie aus mit Wanderungen, Gipfelbesteigungen, Opern- und Gottesdienstbesuchen. Doch da waren seine Gefühle für Männer, nicht für Frauen. Kohlmann fraß es in sich hinein.
Er betete oft. »Ich bin doch auch gottgewollt«, sagte er sich. »Es kann nicht gottgewollt sein, dass man sich ein Leben lang versteckt. Ich habe um einen Ausweg gebetet – und der kam eines Tages.« Ganz unerwartet. Kohlmanns Frau eröffnete ihm, dass da ein anderer Mann ist. Und Kohlmann? »Ich freue mich sehr für dich«, sagte er ihr. »Ich drücke dir die Daumen, dass du einen erwischst, der dich sehr liebt.« Noch immer kommen ihm die Tränen bei der Erinnerung an diesen Moment.
Thorsten Kohlmann und Martin Paul sind nun geschieden. Sie haben neue Partner – ihre Frauen auch. Alles Männer. Ihre Frauen sind ihre Freunde geblieben. In dem Café, in dem Martin Paul früher mit seiner Frau die Hochzeitstage feierte, sitzen sie sich gegenüber. In Würde haben sie sich getrennt, aber auch in Schmerzen.
»Dass ich dir das zufügen musste, hat mir sehr weh getan«, sagt Martin und sieht lange stumm seine frühere Frau an. »Du bist nicht mein Besitz«, erwidert sie. »Man kann den anderen nicht zwingen, anders zu sein, als er ist.«
Sie schüttelt den Kopf, als schüttele sie ihre Lebensträume ab. Sie denkt an ihre Kinder, ihre Verletzungen – aber auch daran, wie entspannt und glücklich ihr früherer Mann nun sein kann. »Ich mache Dir keinen Vorwurf«, antwortet sie ihm. »Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade.«
Andreas Roth

20. Januar 2012 / Kategorie: Impressionen / Autor: Horst

die Kirchenleitung tagt – Aufruf zur Fürbitte

von Markus Pöche
Liebe Freundinnen und Freunde,
seit 2001 gelten in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens die “Hinweise der Kirchenleitung” vom 15. 11. 2001, ABl. S. B 53. Darin werden – um die “Leitbildfunktion von Ehe und Familie” nicht “zu schmälern” – “homosexuell lebende Menschen” nicht “vor Diskriminierung geschützt”, sondern “die Kirchenleitung hat sich auf” das Gegenteil “verständigt”. Sie beruft sich “auf das biblische Zeugnis”.
Seit über einem Jahr wird in Sachsen öffentliche Meinungsbildung betrieben, ob schwule Pfarrer im Pfarrhaus wohnen dürfen – Anlass ist die Neufassung des Pfarrerdienstgesetzes und insbesondere sein § 39 durch die Evangelische Kirche in Deutschland.  (http://www.ekd.de/download/pfarrdienstgesetz.pdf)
Letztlich geht es um die Grundfrage der Zulassung von Homosexualität überhaupt: dass “eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt werden darf”, dient als Anlass dafür, nicht anzuerkennen, dass es lesbische und schwule Gemeindeglieder überhaupt gibt und dass sie ohne Einschränkungen ihren Glauben leben dürften – bis hin zur Segnung anlässlich der Partnerschaftsschließung.
Die gegensätzlichen Positionen kommen zum Ausdruck einerseits in der Markersbacher Erklärung  (http://www.sonntag-sachsen.de/2012/01/19/in-groser-gewissensnot/) und andererseits in dem Offenen Brief der Pfarrerinnen und Pfarrer im Leipziger Land  (http://kirche-im-leipziger-land.de/kirchenbezirk/downloads/func-startdown/62/)
Herzlich danken möchten wir allen, die Ihr den Offenen Brief mitunterzeichnet habt.
Vom 20. – 22. Januar tagt in Dresden die Kirchenleitung, bestehend aus dem Landesbischof, den Mitgliedern des Landeskirchenamtes und Vertretern der Landessynode. Beide Positionspapiere liegen ihr vor. Vertreter beider Positionen sitzen in der Kirchenleitung. Sie wird einen Beschluss fassen, den sie im April der Landessynode vorlegen wird.
Wir bitten Dich, die Hände zu falten, ein Gebet zu sprechen und eine Kerze anzuzünden.
Herzliche Grüße!

ps:  Die Kirchenzeitung DER SONNTAG wird neben der Titelseite auch weitere Artikel seiner Ausgabe des kommenden Wochenendes dem Thema widmen. (http://www.sonntag-sachsen.de/)

19. Januar 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

mit Hoffnung ins neue Jahr

Hoffnungen sind wie Sterne.
Man kann sie nicht erreichen,
aber man kann sich an ihnen orientieren.
Carl Schulz

Der Stern, dem die drei Weisen aus dem Morgenland folgten, möge für uns ein Leitbild der Hoffnung sein, wenn wir in diesen Tagen in ein neues wichtiges Jahr gehen. Wichtig, weil in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens eine Entscheidung darüber ansteht, wie sie mit homosexuellen Gemeindegliedern und Amtsträger/innen umgeht. Noch ist eine Segnung Homosexueller nicht erlaubt und dürfen Pfarrerinnen und Pfarrer nicht mit ihrer Partnerin, ihrem Partner im Pfarrhaus zusammen leben.

Die Kirchenleitung wird sich im Januar mit diesen Fragen beschäftigen, und die Frühjahrstagung der Landessynode muss darüber entscheiden, ob sie einem Passus im neuen Pfarrdienstrecht der EKD zustimmt, der das Zusammenleben im Pfarrhaus ermöglicht.

In der letzten Zeit hat es über diese Fragen heftige Diskussionen gegeben, die nicht immer von Sachlichkeit und Achtung gegenüber homosexuell geprägten Menschen getragen waren.

Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent unserer Landeskirche hat sich in einem Brief an die Kirchenleitung dazu geäußert. Er stellt fest, dass es in der sächsischen Landeskirche vermutlich zu keiner einmütigen Entscheidung kommen wird. Zugleich aber gibt er der Hoffnung Ausdruck, dass es zu einer Öffnung kommt, die dem in der Ökumene entwickelten Konzept der versöhnten Verschiedenheit entspricht. Dies würde bedeuten, dass eine Segnung homosexueller Gemeindelieder sowie das Zusammenwohnen der Pfarrer/innen im Pfarrhaus grundsätzlich möglich wird, wobei jeder Kirchenvorstand darüber entscheiden kann, ob er diese Regelungen in seiner Gemeinde übernimmt.

 

30. Dezember 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Mein persönliches Glaubensbekenntnis

Mein persönliches Glaubensbekenntnis
- frei von den demütigenden Dogmen der Sühnetheologie -

Es heißt, Gott sei allmächtig.
Ich glaube nicht an die Allmacht Gottes, sondern an sein Allsein.
Er ist in allem anwesend, alles ist von ihm erfüllt.

Es heißt, Gott sei ein strenger Richter, der Sünde bestraft.
Ich glaube nicht an einen strafenden Gott, sondern an seine Liebe.
Er ist uns bedingungslos zugetan und liebt uns mit unseren Fehlern und Schwächen.

Es heißt, jeder Mensch sei von Geburt an verdammt und müsse erlöst werden.
Ich glaube nicht an die Erbsünde (laut Augsburger Bekenntnis eine “angeborene Seuche”, die alle unter den ewigen Gotteszorn verdammt), sondern an das Gute im Menschen bei aller Unvollkommenheit.

Es heißt, Gott lasse den größten Teil der Menschheit umkommen, nämlich alle, die sich nicht zu Jesus bekennen.
Ich glaube nicht an einen barbarischen Gott, sondern an seine Menschenliebe.

Es heißt, nur aus Gnade dürfen wir Gott begegnen.
Ich glaube nicht, dass ich auf Gnade angewiesen bin.
Ich bin nicht ein minderwertiges misslungenes Produkt göttlicher Schöpferkraft, sonder Teil seiner Wirklichkeit.
In meiner Lebendigkeit erlebe ich Gott, spüre ich sein Wesen, nehme ich teil an seinem Wirken.

Horst Rasche

11. Dezember 2011 / Kategorie: Impressionen / Autor: Horst

Auch unter Christen – Liebe zum gleichen Geschlecht

Offener Brief des Kirchenbezirkes Leipziger Land

Der Superintendent des Kirchenbezirkes Leipziger Land M. Weismann hatte für den 9. November 2011 zu einem Theologischen Studientag unter dem Thema Homosexualität eingeladen. Mit Prof. Dr. Martin Steinhäuser als theologischem Berater und Pf.i.R. Horst Rasche als Betroffenem wurde das Thema Homosexualität in der Kirche intensiv beraten. Es kam zu einem konstruktiven Austausch in einem erstaunlich offenen Gesprächsklima. Als Ergebnis dieses Studientages haben 17 Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirkes einen Offenen Brief veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine kompetente, klare und eindeutige Stellungnahme zu diesem Thema, wie sie aus kirchlichen Gremien nur sehr selten zu lesen ist.

Hier kann sie nachgelesen werden:  Offener Brief

 

29. November 2011 / Kategorie: Texte / Autor: Horst

Kurhessische Kirche segnet Homo-Partnerschaften

In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck können sich gleichgeschlechtliche Paare im Gottesdienst künftig segnen lassen.
Mit großer Mehrheit stimmte die Synode der rund eine Million Christen zählenden Landeskirche am 23.11. für diese Neuordnung. Eine solche Praxis ist damit in zehn der 22 Mitgliedskirchen der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) möglich.
Bischof Martin Hein erinnerte an die lange Schuldgeschichte der evangelischen Kirche gegenüber homosexuell lebenden Menschen. Das Thema begleite die kurhessische Kirche nun schon seit fast 20 Jahren.
Die 95 Synodalen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck folgten in Hofgeismar bei fünf Gegenstimmen und neun Enthaltungen einer Vorlage des Rates der Landeskirche. Bislang war die Segnung nur im Rahmen der Seelsorge möglich. Voraussetzung einer Segnung im Gottesdienst ist neben der eingetragenen Lebenspartnerschaft, dass mindestens einer der Partner evangelisch ist, heißt es in dem Beschluss. Pfarrer dürfen zu einer solchen Handlung nicht gezwungen werden.
Quelle: http://www.jesus.de

23. November 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Die sächsischen Synode kommt am Thema Homosexualität nicht vorbei

Bericht im SONNTAG vom 20. November von Andreas Roth:

Auf der Tagesordnung stand sie nicht – und doch war sie überall präsent auf der Herbsttagung der Synode: Die Diskussion zum Umgang mit Homosexuellen in der Landeskirche. Landesbischof Bohl sagte in seinem Bericht dazu: „Für die wahre Einheit der Kirche ist nach reformatorische Verständnis ein übereinstimmendes Urteil in ethischen Fragen nicht erforderlich.“ Im Frühjahr muss die Synode über die Zulassung homosexueller Partnerschaften in Pfarrhäusern entscheiden.

Der Radebeuler Pfarrer Christian Mendt warnte: „Wenn von unserer Seite nicht klare  Worte gesprochen werden, wird einer beginnenden Diskriminierung Raum gegeben.“ Dagegen sagte der Plauener Pfarrer Falk Klemm: „Viele Gemeindeglieder lesen in der Schrift, dass Homosexualität eine Sünde ist und vom Heil ausschließt. Die Synode kann nicht über Sünde und Gewissen bestimmen.“ Klemm befürchtet eine Abwanderung engagierter Gemeindeglieder.

Nach Ansicht des Inspektors der Landeskirchlichen Gemeinschaften, Matthias Dreßler, sind die unterschiedlichen Positionen nicht vermittelbar: „Denn sie haben in einem unterschiedlichen Schriftverständnis ihren Grund.“

 

22. November 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Wie Gott es sich eigentlich gedacht hat -„bibeltreuer“ Biologieunterricht

Braunschweig ist die Stadt der jüngsten Schulneugründung evangelikaler Christen, also jenes Teils der Protestanten, der die Bibel wörtlich auslegt und bestimmte Texte eins zu eins in unsere Zeit überträgt. Deutschlandweit gibt es 92 evangelikale Privatschulen – mit steigenden Anmeldezahlen. Allein im vergangenen Jahr ist die Schülerzahl um mehr als fünf Prozent gewachsen, auf über 33.000. Das ist zwar immer noch eine Minderheit aller Schüler, nicht einmal ein Prozent, aber eine, die wächst.

Es stellt sich die Frage, wie es eigentlich zugeht in den evangelikalen Schulen, die ja auch die staatlichen Bildungsziele erfüllen müssen. Lässt das Privatschulrecht Inseln zu, auf denen Kinder nur das lernen, was ins religiöse Weltbild der Träger dieser Schulen passt?

Von staatlichen Bildungszielen kann keine Rede sein, wenn es z.B. um die Sexualität geht. „Sexualität ist nach unserem Verständnis der Ehe vorbehalten“, heißt es. Und beim Thema Homosexualität wird gelehrt, „wie Gott es sich eigentlich gedacht hat“ – nämlich nicht so!
Dass eine solch rigide Sexualmoral Heranwachsenden in ihrer Entwicklung Schaden zufügt, lässt sich wohl nicht vermeiden.

15. November 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst
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