Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Zerreißprobe?

Der Beschluss der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vom 21. Januar über die Öffnung der Pfarrhäuser für homosexuelle Paare hat zu heftigen Diskussionen geführt. Selbst unter Betroffenen gehen die Meinungen auseinander. Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent z.B. begrüßt diesen Beschluss, andere lehnen ihn als schwammig ab. Die Konservativen aber haben zum Boykott aufgerufen und drohen mit Kirchenspaltung.

  • Bekenntnisinitiative
    Bald nach dem Beschluss der Kirchenleitung hat sich die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ gegründet, die mit einer eigenen Internetseite ( http://www.bekenntnisinitiative.de/) zur Unterschrift unter eine Erklärung aufruft. Darin heißt es: „Wir erwarten von der Landessynode dringend ein Kirchengesetz, das uns auch weiterhin Loyalität zu den Beschlüssen der Landeskirche ermöglicht und uns vor Regelungen und Situationen bewahrt, die wir als schrift- und bekenntniswidrig ablehnen müssen.“
    Auf dieser Internetseite ruft die Initiative sogar zur „Fürbitte für die Geltung der Bibel“ auf.
    In einer maßlos übertriebenen Einseitigkeit wird davon ausgegangen, dass jede von der eigenen Interpretation der Bibel abweichende Auslegung „schrift- und bekenntniswidrig“ ist.
  • Offener Brief junger sächsischer Theologinnen und Theologen
    In einem offenen Brief wenden sich ca. 80 Studierende und Professoren aus Leipzig an die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ und bitten um Korrektur einiger fragwürdiger Argumente in ihrer Erklärung.
    „Wir können es nicht verstehen, dass die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“ die Frage nach der Homosexualität zur Bekenntnisfrage erhebt“ heißt es in diesem Brief.
    Zur Behauptung der „Sächsischen Bekenntnis-Initiative“, dass Bibel und Bekenntnisschriften im Leben homosexuell geprägter Theologinnen und Theologen keine Rolle spielen, schreiben die jungen Theologinnen und Theologen: „Wir erkennen hingegen, dass es gerade unter solchen Theologinnen und Theologen ein besonderes Ringen um den Umgang mit Schrift und Bekenntnis gibt.“
    Als extrem bedenklich wird es in diesem Brief bezeichnet, dass „unseren berufenen Mitgliedern der Kirchenleitung mit Argumenten entgegengetreten wird, die den Raum der Wahrheit und der sachlichen Argumentation verlassen“.
    Hier der Wortlaut des Briefes mit der Möglichkeit, ihn zu unterzeichnen:   www.offenerbrief-sachsen.de /  Kontakt: theologiestudierende@googlemail.com
  • bleibende Bedeutung von Ehe und Familie
    Der Lesbisch-schwule Pfarrkonvent unserer Landeskirche stellt in einem Brief an Landesbischof Bohl fest, dass für ihn das Leitbild von Ehe und Familie nicht in Frage steht. Damit reagiert er auf ein Argument, das von den Gegnern der Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuelle Paare immer wieder angeführt wird.
    Der Konvent begrüßt den Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar 2012 und bekräftigt die bleibende Bedeutung von Ehe und Familie für unsere Gesellschaft und unsere Kirche, die auf Treue, Verlässlichkeit und Dauer angelegt ist.
    Der Konvent stellt fest, dass die genannten Maßstäbe auch als Grundlage für gleichgeschlechtliche Partnerschaften gelten und ist darüber erfreut, „dass der Weg in die eingetragene Partnerschaft uns jetzt offen steht“.
  • Thementag der Landessynode
    Die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens wird sich Ende April mit den anstehenden Fragen beschäftigen und im Zusammenhang mit dem neuen Pfarrerdienstgesetz eine Abstimmung herbeiführen.
    Dazu gibt es am Sonnabend, 21. April einen Thementag. Wir werden bei dieser öffentlichen Veranstaltung präsent sein.
    Die Synode tagt in der Dreikönigskirche, Hauptstraße 21.
26. Februar 2012 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

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  • unser nächster Treff:

    Montag, 10.07.2017 20 Uhr

    Jüdisches Leben in Dresden
    Gast: Rabbiner Alexander Nachama
    (Vorbereitung: Markus R.)

  • unsere Regeln

    Der Christlich-schwul-lesbische Stammtisch Dresden ist eine Gruppe im Gerede e.V. Dresden.
    Wir treffen uns in der Regel am zweiten Montag im Monat in den Räumen des Gerede e.V., Prießnitzstr. 18 und beginnen um 20 Uhr.
    Im Winterhalbjahr laden wir am vierten Montag um 20 Uhr zu einem Filmabend ein.
    Zuvor 18 Uhr Einladung zum gemeinschaftlichen Abendessen bei Raschka, Pulsnitzer Str. 5.

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