Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Pfarrer fordern tolerantere Landeskirche in Sachsen

DNN vom 19_Mai_2016

DNN vom 19. Mai 2016
Pfarrer fordern tolerantere Landeskirche
Fundamentalistischer Kurs in Sachsen stößt auf Kritik
VON WINFRIED MAHR
LEIPZIG. In der sächsischen Landeskirche brodelt es gewaltig. Elf Pfarrer und
Gemeindemitglieder aus Leipzig, Dresden, Meißen, Würzen, Stollberg und Schmannewitz
bieten mit einem Online-Forum jetzt eine Art Ventil. „Es herrscht große Unzufriedenheit
über den konservativen Geist in der Landeskirche, der schon an Fundamentalismus
grenzt”, sagte Christoph Maier der LVZ. Der Pfarrer der Leipziger Bethlehemgemeinde hatte
bereits zur Amtseinführung des Landesbischofs Carsten Rentzing eine kritische Petition
verfasst. Die Debatte um die Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für homosexuelle Paare hatte
die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens vor eine Zerreißprobe gestellt. Mit dem
neuen „Forum für Gemeinschaft und Theologie” sollen Menschen ermutigt werden, „die sich
einen weltoffenen Geist in der sächsischen Landeskirche wünschen”, heißt es.
„Die sächsische Landeskirche wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend
isoliert und regressiv.” Initiativen wie die sächsische Bekenntnis-Initiative prägten „ein
einseitiges, rückwärts gerichtetes Bild, welchem wir ein anderes Verständnis von Kirche
und Glauben gegenüberstellen wollen”, fügte er hinzu. „In unsicheren Zeiten neigen Teile
der Gesellschaft dazu, sich an Altbewährtes zu klammem und Neues zu verdammen.” Die
verbreitete Homophobie sei nur ein Indikator für Ausgrenzung und Diskriminierung. „Es
drängen sich noch mehr Grundsatzfragen auf, die religiös diskutiert und progressiv
angegangen werden müssen”, betonte Maier. Landesbischof Rentzing gilt wegen seiner
Haltung zur Homosexualität als umstritten. Noch vor seiner Amtseinführung hatte er
betont, die homosexuelle Lebensweise entspreche nicht dem Willen Gottes.
Ziel des Forums sei es, „ein klares und lautes Zeichen für eine aufklärende Theologie, für
Offenheit und Vielfalt unserer Kirche” zu setzen. Das Forum wolle eine breite öffentliche
Diskussion zum Thema anstoßen und „Solidarität üben mit Menschen, die aufgrund ihrer
Lebenssituation oder Lebensweise von einzelnen Gemeinden ausgegrenzt und diskriminiert
werden”, heißt es.
Ein erstes Treffen zur Präsentation des Forums und zur öffentlichen Meinungsbildung ist
am 27. August in der Leipziger Peterskirche geplant.
* www.frei-und-fromm.de

19. Mai 2016 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Paul

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