Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Evangelische Kirche in Sachsen erlaubt Segnung von Homo-Paaren (queer.de)

Artikelbild
In sächsischen Kirchen soll künftig 
auch die Partnerschaft von Schwulen 
und Lesben einen Segen Wert sein – 
außer der Pfarrer legt sein Veto ein (Bild: 
(cc) Tim Bartel / flickr)

Die sächsische Landeskirche geht ein wenig auf 
Homo-Paare zu – damit gibt sie die Rote Laterne 
beim Verhältnis zu Schwulen und Lesben an die 
württembergische Kirche ab.
Die Leitung der sächsischen Landeskirche hat auf 
ihrer Sitzung am Montag in Dresden beschlossen, 
dass Segnungen von verpartnerten Paaren ab dem 
kommenden Jahr im Gottesdienst möglich sein sollen, 
allerdings nach Angaben der Kirche nur 
"im Einzelfall". Es gibtmehrere Einschränkungen:
Pfarrerinnen oder Pfarrer haben die Möglichkeit, 
die Segnung abzulehnen. Außerdem müssen sie sich 
im Vorfeld einer Segnung mit dem Kirchenvorstand 
beraten.
 
Die von einer sechsköpfigen Arbeitsgruppe eigens 
erarbeitete liturgische Handreichung 
"Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartner
schaft"
soll künftig genau bestimmen, wie eine derartige 
Segnung ablaufen soll. In der Einleitung der 
Handreichung heißt es, dass es keinen 
"gesamtkirchlichen Konsens hinsichtlich der 
Segnung eingetragener Partnerschaften als 
öffentlicher Kasualhandlung" gebe und die Kirche 
daher die Entscheidung, ob Homo-Paare einen Segen 
bekommen können, den Pfarrerinnen und Pfarrern 
überlassen werde.
Segnung ist keine Trauung
Die Kirche betont, dass sich diese Handlung nicht 
als Trauung verstehe, 
"sondern als Segnung von Paaren in Eingetragener 
Lebenspartnerschaft, die damit ihren Willen zum 
Ausdruck bringen, eine Partnerschaft in 
Verlässlichkeit, in verbindlicher Treue und 
Verantwortung füreinander zu begründen". 
Die Segnung soll dann in einem Register der
Kirchgemeinde aktenkundig gemacht werden, das nur 
Schwulen und Lesben vorenthalten ist.
Mit diesem Kompromiss will die Landeskirche den 
innerkirchlichen Druck abbauen. Erst im Mai hatten 
eine Reihe von sächsischen Pfarrern ein Forum für 
eine tolerante Kirche gegründet, die 
sich für den Abbau von Diskriminierungen gegen 
Schwule und Lesben einsetzt.
In der sächsischen Landeskirche müssen auch 
homosexuelle Pfarrerinnen oder Pfarrer mit großen 
Einschränkungen leben: 
Sie dürfen beispielsweise nach einem Beschluss 
von 2012 nur mit ihrem Partner im selben Pfarrhaus 
leben, wenn sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft 
eingegangen sind und der gesamte Kirchenvorstand 
dem Einzug des Lebenspartners zugestimmt hat – 
eine Hürde, die heterosexuelle Pfarrer nicht überwinden 
müssen. Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing 
sorgte außerdem für Schlagzeilen, als er behauptete, 
dass "gelebte Homosexualität" pauschal 
nicht "dem Willen Gottes" entspreche.
Bislang erlauben 18 der 20 evangelischen Landeskirchen
in Deutschland die Segnung von homosexuellen Paaren, 
in mehreren Kirchen ist zudem eine Trauungszeremonie 
möglich. Neben Sachsen zeigt sich bislang nur die 
württembergische Landeskirche restriktiv und verbietet 
die öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. 
Erst vergangenen Monat rüffelte die Kirchenführung einen 
Dekan aus Böblingen bei Stuttgart, weil er einem 
lesbischen Paar seinen Segen gegeben hatte.
Unten die beiden Handreichungen: die erste von der 
Sächsischen Landeskirche, die zweite von der Sächsichen
Bekenntnisinitiative (SBI)


161018_Handreichung_Segnung_Eingetragene_Partnerschaft_2016

handreichung
19. Oktober 2016 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Paul Raschka

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