Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Trauriger Anlass. Wir lassen uns nicht entmutigen

Liebe Freundinnen und Freunde,

voll Herzlichkeit und Mitgefühl über uns: https://www.youtube.com/watch?v=et5RCNM5ZjY&t=30215s –> Zeitraum 6:55:24 bis 6:59:45. Umso enttäuschter

seine heutige Reaktion: https://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/statement . 

Noch vor Kurzem – am 5. Februar – sprach Bischof Heinrich Timmerevers

Herr Pfarrer Gehrke, Pfarrei St. Elisabeth Dresden, der „Hausherr“ der Herz-Jesu-Kirche, schrieb uns vor wenigen Minuten:

Die römische Glaubenskongregation hat in einer Stellungnahme die aktuelle katholische Lehre bekräftigt, dass Segnungen homosexueller Paare in der katholischen Kirche nicht möglich sind. Dass dies jetzt nochmal ausdrücklich unterstrichen wird, dürfte eine Reaktion auf die entsprechenden Diskussionen bei uns in Deutschland und in vielen anderen Ländern sein, in welchen genau das von vielen katholischen Christ*innen befürwortet und gefordert wird, inzwischen auch von einigen Bischöfen. Die traditionellen theologischen Begründungen für die Bewertung von Homosexualität als Sünde sind nach heutigem allgemeinen naturwissenschaftlichen und auch bibelwissenschaftlichen Erkenntnisstand ja mehr als fragwürdig. Daher sind hier Änderungen der bisherigen kirchlichen Lehre überfällig. Deshalb gibt es in der katholischen Kirche also nach wie vor eine offene innerkirchliche Diskussion, die durch ein päpstliches Machtwort nicht beendet werden wird. Die Reaktionen auf das Wort aus Rom sind in der katholischen Kirche Deutschlands daher auch sehr unterschiedlich: Einige konservative Bischöfe, aber auch manche Gläubige begrüßten die römische Äußerung, aber die offizielle Reaktion der Deutschen Bischofskonferenz lautet – frei übersetzt: „Wir nehmen das zur Kenntnis und werden weiter darüber diskutieren.“ Und viele katholische Gläubige – das habe ich in Gesprächen seither immer wieder gehört – sind fassungslos und wütend über diese römischen Aussagen. Hier findet also ein Konflikt in der katholischen Kirche statt, von dem ich hoffe, dass er im Ergebnis zu Veränderungen der heutigen kirchlichen Position führen wird. Ich bedauere sehr, dass durch diese römische Verlautbarung bei vielen Menschen neue Schmerzen verursacht und alte Wunden aufgerissen werden. Dass die ökumenischen Queergottesdienste des Christlichen Schwul-LesBischen Stammtisches Dresden in der katholischen Herz-Jesu-Kirche stattfinden, freut mich um so mehr, als es angesichts dieser Verletzungen nicht selbstverständlich ist, dass queere Menschen gern in einem katholischen Kirchenraum Gottesdienst feiern möchten. Seitens unserer Gemeinde sind Sie jedenfalls herzlich willkommen!

Herzliche Grüße
Pfarrer Michael Gehrke

Leider empfinden auch aktive römisch-katholische Christen innerhalb des Christlichen Schwul-LesBischen Stammtisches Dresden seit gestern die Verpflichtung, sich von unserer gemeinsamen Jesus-Nachfolge abzuwenden – in die Einsamkeit.

Wir bitten alle lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter und anders queeren römisch-katholischen Christen unter uns, nicht dem Buchstaben des Gesetzes zu folgen, sondern auf die Wärme und Herzlichkeit zu rechnen, die von Papst Franziskus persönlich, von Bischof Heinrich Timmerevers und von Pfarrer Michael Gehrke ausgeht – und letztlich ja von Jesus Christus selbst: ER ist der Herr SEINER Kirche, niemand sonst: „ICH bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh. 14, 6)

Wir grüßen Euch herzlich und wünschen Euch eine gesegnete Passions- und Osterzeit

– wir freuen uns auf unser Wiedersehen im Queergottesdienst am Montag, 12. April, 20:00 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche –

Eure

Bastian, Hendrik, Markus, Markus und Paul

17. März 2021 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Paul

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  • Termine und Newsletter

    Liebe Freundinnen und Freunde,

    Unser Vorbereitungsteamler (Hans-)Jürgen Weist musste am 24. Dezember 2021 ins Universitätsklinikum eingeliefert werden. Wir danken Gott, dass er ihn beschützt hat: mittlerweile befindet er sich in einer Reha-Klinik. Wir bitten Euch um Eure Fürbitte für Jürgen.

    Herzlich laden wir Euch ein

    zu unserem nächsten

    ÖKUMENISCHEN QUEER-GOTTESDIENST
    Die Dreifaltigkeit der Liebe – Davids gelebte Arten der Liebe
    am Montag, 14. Februar 2022, 20:00 Uhr, in der HERZ-JESU-KIRCHE, Borsbergstraße 13, 01307 Dresden.
    Der 14. Februar ist der Valentinstag, wir wollen daher über die Liebe sprechen.
    Anhand von Davids Leben werden wir erfahren und lernen, wie man unterschiedlich lieben kann. Dabei werden wir gemeinsam eine Museumstour in der Kirche machen. Wie das passiert und was David erlebt? Kommt vorbei, und Ihr werdet es erfahren!

    Es gelten die 3G-Gottesdienst-Regeln  www.bistum-dresden-meissen.de/mitten-im-leben/in-zeiten-von-corona/aktuelle-infos-offizielle-hinweise-des-bistums/aktuelle-infos-corona ).

    zu unseren weiteren ÖKUMENISCHEN QUEER-GOTTESDIENSTEN:
    an jedem 2. Montag im Monat um 20:00 Uhr, also am

    • 14. 03. 2022, 20:00 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche,
    • 11. 04. 2022, 20:00 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche und am
    • 09. 05. 2022, 20:00 Uhr, in der Herz-Jesu-Kirche.

    Für alle Gottesdienste suchen wir Freundinnen und Freunde zur Mitwirkung.

    zum Mitfreuen
    Ihr erinnert Euch: in unserer Gruppenversammlung im Anschluss an den Queergottesdienst am 11. Oktober 2021 beschloss das anwesende Plenum, den Trägerverein des Christlichen Schwul-LesBischen Stammtisches Dresden zu wechseln, weil der Satzungszweck des GEREDE e.V., „Lebenshilfe zu leisten für Menschen, welche durch ihre sexuelle und geschlechtliche Identität in Konflikt mit der Gesellschaft und in Folge dessen mit sich selbst geraten, sowie Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit zu leisten“, nicht das vertritt, was uns ausmacht: Unser Anliegen ist das Lob Gottes. Das Plenum beschloss einstimmig, die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. um Einsetzung einer Regionalgruppe Dresden zu bitten. Ihre Mitgliederversammlung stimmte dem Antrag am 23. 10. 2021 zu, ihr Delegiertenrat unterstützte dies mit Beschluss vom 15. 01. 2022 einstimmig. Die Protokolle können bei den HuK-Vereinsmitgliedern eingesehen werden. Damit bildet ab 15. Januar 2022 der Christliche Schwul-LesBische Stammtisch Dresden die Regionalgruppe Dresden der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. Wir danken dem GEREDE e.V., dass er im Jahr 2003 ein erstes CSD-Abendgebet veranstaltete, unsere Gründung betrieb und forcierte und uns all die Jahre begleitet und getragen hat. Wir freuen uns, nun deutschlandweit Gemeinschaft im Lob Gottes unter LSBTIQ-Christen zu finden. Dieser Trägerschaftswechsel hat juristische, veranstaltungs- wie presse- und versicherungsrechtliche Auswirkungen, jedoch keine Auswirkungen auf unser Tun als LSBTIQ-Christen in und um Dresden.

    zum Mitmachen

    * Wer wollen wir in der Zukunft sein? Mit unserem Trägerwechsel wollen wir gemeinsam mit Euch über einen neuen Namen unserer Gruppe nachdenken. Derzeit heißen wir: „Christlicher Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden / Regionalgruppe Dresden“. Das ist natürlich viel zu lang und vielleicht auch mittlerweile nicht mehr unser Zeitgeist. Daher suchen wir einen neuen Namen! Wie wollen wir in Zukunft heißen? Unter welchem Namen sollen uns andere ansprechen? Wofür stehen wir? Habt Ihr Ideen, so schreibt uns diese über alle euch möglichen Kanäle (Facebook, Instagram, Mail, WhatsApp, …)! Der Zeitplan ist folgender:

    • Bis Ende April: Einreichung von Namensvorschlägen
    • Mai/Juni: Vorbereitungsteam stellt aus den eingegangenen Ideen eine TOP 5 zusammen
    • Juli/August: Abstimmung
    • Ende August: Bekanntgabe des neuen Namens beim Sommerfest mit dem HuK-Vorstand, und Achtung: Für die Siegeridee gibt es auch einen kleinen Preis! 😊

    Die HuK ist gegensätzlich strukturiert zu unserer bisherigen Struktur. Bisher galt der „Blick von oben“ = es gibt eine Gruppe („Christlicher Schwul-LesBischer Stammtisch“), und zu dieser Gruppe halten sich verschiedene LSBTIQ-Christen. Die HuK ist mit „Blick von unten“ strukturiert: es gibt verschiedene LSBTIQ-Christen, und diese bilden gemeinsam den Verein und finden sich zusammen in der Regionalgruppe. Näheres ist in der Satzung zu lesen: www.huk.org/wer-wir-sind/vereinssatzung . Die HuK-Regionalgruppe Dresden ist also nur in dem Maße existent, als es auch HuK-Vereinsmitglieder gibt. Wir laden Euch ein, HuK-Vereinsmitglieder zu werden: www.huk.org/mitmachen/mitgliedschaft . Dort ist auch die Höhe des Mitgliedsbeitrages genannt.

    zum Wundern
    Ihr erinnert Euch: im Ökumenischen Queergottesdienst am 10. Januar 2022 in der Kathedrale (Katholische Hofkirche) traten während des Segensliedes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ fünf Personen neben den Altar und entrollten ein großes Plakat  mit dem Schriftzug „GOTT SEGNET NICHT DIE SÜNDE“, einem Zitat aus dem Responsum ad dubium des Vatikans vom 22. 02. 2021 ( www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20210222_responsum-dubium-unioni_ge.html ). Damit störten sie nach § 167 StGB die Religionsausübung. Nachdem sie ihre eigene aktionistische Tat fotografiert hatten, verschwanden sie vor der Sendung selbstbekreuzigend aus der Kathedrale. Der Dompfarrer, Dekan Büchner, rang anschließend um Worte und bezog sich erneut auf das Thema des Gottesdienstes, die Gelassenheit: Auch in herausfordernden Situationen müssten wir uns in Gelassenheit üben. Die störenden konservativen Christinnen und Christen sind dem Dompfarramt bekannt, es steht mit ihnen in Kontakt. Entsprechende rechtliche Schritte werden geprüft.

    zum Staunen über die Römisch-Katholische Kirche

    Wir können Gott bitten, seine Kirche immer im Blick zu behalten und nicht aus den Augen zu lassen.

    zum Mitfreuen
    Steffen Schille von der Hallenser Gruppe „Queer.Glauben.Halle“, den viele von uns kennen, schrieb uns:

    „Nun gibt es auch von Landesbischof Kramer [Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM)] ein Wort an die queere Gemeinschaft. Er bekennt Schuld und endet mit den Worten: ‚Lasst es uns besser machen‘. Nachzulesen hier als Pressemitteilung der Landeskirche: www.ekmd.de/presse/pressestelle-magdeburg/landesbischof-entschuldigt-sich-stellvertretend-bei-der-queeren-gemeinschaft.html und im Rahmen des Online-Gottesdienstes, den die Gruppe „Queer.Glauben.Halle“ zusammen mit der Pfarrerin der Onlinekirche der EKM zum PrideHistoryMonth 2022 gestaltet hat: onlinekirche.ekmd.de/veranstaltungen/online-gottesdienst/2022-02-gottesdienst-zum-queer-history-month . Dass Landesbischof Kramer – wie andere aus der Gruppe – ein persönliches Bekenntnis abgibt, war bekannt. Dass er mit einem Schuldbekenntnis ‚Ich bekenne für unsere Kirche…‘ startet, nicht. Ich bin gespannt, was da noch wächst.“

    Wir freuen uns mit unseren Schwestern und Brüdern in Sachsen-Anhalt und Thüringen herzlich mit!

    zum Kaufen und Lesen
    Ihr erinnert Euch: nach unserer Gedenkveranstaltung für die Homosexuellen im Nationalsozialismus VERSCHLEPPT – GEQUÄLT – ERMORDET am 14. 11. 2016 im Plenarsaal des Rathauses mit einer Gedenkrede von Staatsministerin Köpping wurde der Anstoß gefunden, die bisher unerforschte Geschichte der Homosexuellen in Sachsen in der Nazizeit und der DDR-Zeit bis 1968 zu erforschen. Durch den Freistaat wurde eine Finanzierung gefunden, den Forschungsauftrag erhielt Herr Dr. Alexander Zinn, Berlin. Zwischenergebnisse berichtete er uns an unserem Gruppenabend am 11. 02. 2019. Im Dezember 2021 erschien sein Buch, und im Frühjahr 2022 soll es in Dresden öffentlich präsentiert werden: „Von ‚Staatsfeinden‘ zu ‚Überbleibseln der kapitalistischen Ordnung‘ – Homosexuelle in Sachsen 1833-1968“, www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/literatur-sprach-und-kulturwissenschaften/gender-studies/56763/von-staatsfeinden-zu-ueberbleibseln-der-kapitalistischen-ordnung . Wir danken Alexander für diese tiefschürfende, gründliche und wichtige Arbeit. Seine Forschungsergebnisse zeigen neue, bisher nicht beachtete Hintergründe auf, so dass das Bild des „verfolgten 175-ers“ kein homogenes mehr ist, und die Historikerschaft wird sich mit seinen unerwarteten Ergebnissen auseinandersetzen müssen – aber lest selbst … 😊

    zum Mitmachen bei einer Masterarbeit über gleichgeschlechtliche Elternpaare

    Wir grüßen Euch und freuen uns aufs Wiedersehen im gemeinsamen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche

    Eure

    Hendrik, Lukas, Markus und Paul