Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Progressive Christen in Sachsen gehen mit dem Forum „frei und fromm” in die Offensive

Dienstag, den 23. August 2016

Sachsens evangelisch-lutherische Landeskirche – eine Gemeinschaft rückwärtsgewandter Fundamentalisten? Nein, sagen liberale Christen, viele denken offen und progressiv. Sie waren nur zu leise, während gut organisierte Evangelikale, wie die „Sächsische Bekenntnis-Initiative“, mit Erklärungen gegen homosexuelle Pfarrer für Aufsehen sorgten. Jetzt gehen die Progressiven mit dem „Forum für Gemeinschaft und Theologie – frei und fromm“ in die Offensive. Am Sonnabened, 27. August treffen sie sich in Leipzig:

10:00 – 17:00 Uhr Peterskirche, Schletterstraße 5

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ja, so ist es in unserer Landeskirche …

Samstag, den 13. August 2016
Von Sven Heitkamp, Leipzig
Pfarrer Christoph Maier und Vikarin Jennifer Scherf werben um eine buntere Kirche in Sachsen.
Pfarrer Christoph Maier und Vikarin Jennifer Scherf werben um eine buntere Kirche in Sachsen.

Christoph Maier wählt seine Worte mit Bedacht. Der 42-Jährige ist Pfarrer der evangelischen Bethlehem-Gemeinde in der Leipziger Südvorstadt, verheiratet und Familienvater – aber kein Berufsrevolutionär. Jetzt allerdings legt er sich einmal mehr mit seiner Evangelischen Landeskirche und ihrem neuen Landesbischof Carsten Rentzing an. Maier gehört zu den Initiatoren der innerkirchlichen Bewegung „frei und fromm“, die für mehr Vielfalt in der Kirche eintritt. Sie will zugleich Solidarität üben mit Menschen, die wegen ihrer Lebensweise von manchen Gemeinden ausgegrenzt und diskriminiert werden, vor allem mit homosexuellen Theologen.

In jüngster Zeit mehren sich Beispiele von gleichgeschlechtlich lebenden Seelsorgern oder Kirchenmusikern, die aus dem Amt gedrängt wurden oder vorsorglich ihren Posten verlassen haben: Ein homosexueller Organist in Chemnitz-Klaffenbach darf nicht mehr im Gottesdienst spielen. Eine Pastorin wechselt den Job, um mit ihrer Frau unter einem Dach leben zu können. Ein Jugendwart im Kirchenbezirk Aue erhält Predigtverbot. Ein männliches Pastoren-Paar aus Dresden und Dahlen zieht – wohl aus einer Mischung aus Frust und Trotz – nach Schleswig-Holstein. Auf der Internetseite www.frei-und-fromm.de fallen seit diesem Frühjahr Begriffe wie „Dogmatismus“, „Lähmung“ und „geistige Enge“.

Auch der Dresdner Superintendent Christian Behr äußert sich dort. Er wünsche sich „eine offene und barmherzige Grundhaltung allen Menschen gegenüber, die vom biblischen Zeugnis geprägt ist“. Am 27. August ist nun ein Forumstag in der Leipziger Peterskirche mit Referaten und Arbeitsgruppen geplant. Pfarrer Maier hofft auf 150 bis 200 Teilnehmer.

Landesbischof Rentzing hatte vor seiner Amtseinführung vor einem Jahr eine scharfe Tonlage angeschlagen: „Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht.“ Dies mache es schwer, jemandem zu raten, seine Homosexualität zu leben. Und: „Wenn wir homosexuelle Beziehungen in Pfarrhäusern uneingeschränkt zuließen, würde die Kirche das Signal setzen, dass Homosexualität aus Gottes Sicht in Ordnung wäre.“

Er traf damit den Nerv konservativer Kirchenkreise. Nicht nur in Worten, auch in Regularien geht die Landeskirche einen strengen sächsischen Weg. Während die Evangelische Kirche Deutschlands die Türen der Pfarrhäuser auch für gleichgeschlechtliche Paare öffnete, ist in Sachsen eine einmütige Zustimmung der Gemeinde notwendig. Für die Besetzung einer Pfarrstelle sind die Landeskirche und der Kirchenvorstand zuständig – beides kann kaum überwindbare Hürden bedeuten.

„Nicht gerade einladend“

Jennifer Scherf gehört zu jenen, die diese Stimmung in Sachsen hautnah erleben. Sie ist mit einer Leipzigerin verheiratet und beendet gerade ihr Vikariat in der Bethlehem-Gemeinde. Nun sucht die 30-Jährige nach einer Pfarrstelle rings um Leipzig, da ihre Frau in der Region beruflich gebunden ist. „In Leipzig habe ich sehr gute Erfahrungen gesammelt“, erzählt sie. „Aber anderswo im Land begegne ich zuweilen Vorurteilen und Vorbehalten. Da gibt es viel Gesprächsbedarf, gerade wenn es um Familienbilder geht.“ Homosexualität gelte in manchen christlichen Kreisen als sündhaftes Leben und als Neigung, die nicht gelebt werden dürfe – besonders im Pfarrhaus. „Das ist nicht gerade einladend“, sagt Jennifer Scherf. Angesichts dieser Atmosphäre und der Negativbeispiele anderer Kollegen habe sie sich entschieden, zunächst außerhalb der sächsischen Landeskirche nach einer Stelle zu schauen.

Pfarrer Maier bringt es auf den Punkt: „Mit der Wahl von Bischof Rentzing ist etwas passiert, das uns schmerzt“, sagt er. In der „ohnehin zentralistisch denkenden Landeskirche“ gewinne das Konservative die Überhand über eine offene Kirche. „Es ist ein Klima entstanden, in dem Leute sagen: Denen traue ich nicht über den Weg“, so Maier. „Dagegen wollen wir einen Punkt setzten und deutlich machen: Wir stehen für eine offene, bunte, liberal denkende Kirche.“ Maier hatte schon vor der Wahl des neuen Bischofs eine Petition gestartet. Ihr Titel: „Ja-zur-Amtseinführung-Aber“.

Erklärung findet Zuspruch

„In vielen Punkten stehen wir für eine andere Kirche als die, die Dr. Carsten Rentzing bisher repräsentiert hat“, heißt es in der Erklärung, die von Hunderten Gleichgesinnten unterzeichnet wurde, darunter viele namhafte Pfarrer. Maier und seinen Glaubensbrüdern geht es dabei nicht nur um den Umgang mit Homosexualität. Warum, fragt er, habe sich die sächsische Kirchenspitze bis heute nicht selbstständig und klar zu ihrer Partnerkirche Lettland geäußert – die im Juni beschlossen hat, dass Frauen nicht mehr Pfarrerinnen werden dürfen? Und warum tut sich die Landeskirche so schwer damit, sich deutlich von Rechtsextremisten zu distanzieren?

Die Landeskirche reagiert derweil diplomatisch auf das Projekt „frei und fromm“: „Wie vielfältig und bunt unsere Landeskirche ist, zeigt nicht zuletzt die Initiative selbst“, sagte Tabea Köbsch, die Leiterin der Stabsstelle für Kommunikation und Koordination. „Das ist gut und richtig so und macht deutlich, dass unsere Kirche von Leben erfüllt ist.“

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Tauf-Fest

Sonntag, den 31. Juli 2016

„Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, dass der alte Adam in uns … soll ersäuft werden … und auferstehen ein neuer Mensch.“ An diesen Text aus dem Kleinen Katechismus erinnerte ich mich, als Melanie in der Mulde kurz untertauchte, um dann in diesem Fluss getauft zu werden.
Dieses Unter- und wieder auftauchen im Fluss macht die Bedeutung der Taufe sehr anschaulich. Bei der Taufe in unseren Kirchen wird das Wasser nur symbolisch eingesetzt. Hier konnten wir gleichsam miterleben, was sie Taufe bewirkt: Auferstehung zu einem neuen Leben.

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Sachsen ade

Donnerstag, den 28. Juli 2016

Nun hat wieder eine Pfarrerin Sachsen verlassen und ist gen Norden gezogen.
Wie schade! Aber es ist zu verstehen. In unserer Landeskirche können sich lesbische Pfarrerinnen und schwule Pfarrer nicht wohlfühlen. Als wir einen Landesbischof Bohl hatten, war das anders. Aber seit der neue sächsische Landesbischof in einem Interview mit der WELT zu verstehen gab, “dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht”, hat sich das Kima deutlich verschlechtert.

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Frauenordination ist evangelisch, ein offener Brief an Ulrich Rüß

Mittwoch, den 8. Juni 2016

https://philippikablog.wordpress.com/2016/06/07/frauenordination-ist-evangelisch-ein-offener-brief-an-ulrich-ruess/

 

Sehr geehrter lieber Bruder Rüß,

wenn idea sie richtig zitiert, begrüßen Sie die Entscheidung der lettischen Kirchenleitung künftig keine Frauen mehr in das Pastorenamt zu ordinieren:

Die Synode habe sich bewusst von Texten der Heiligen Schrift leiten lassen und dem „enormen Druck des Zeitgeistes und der Genderideologie“ widerstanden.

Gegenübergestellt werden also die Heilige Schrift gemeinsam mit lettischen Synode auf der einen Seite – gegen den Zeitgeist und deren Kritiker, die eine „Genderideologie“ verträten auf der anderen. Nun bin ich erstens ein leidenschaftlicher Neutestamentler, nenne Jesus meinen Herrn und verehre den Apostel Paulus geradezu glühend. Andererseits bin ich der Genderideologie gegenüber höchst skeptisch eingestellt – und wurde deshalb im Assessement-Center der damaligen Nordelbischen Kirche aussortiert. Um ein Haar wäre ich niemals Pastor geworden, hätte man nicht an höherer Stelle (wie hoch entzieht sich meiner Kenntnis) eingegriffen. Außerdem beziehe ich Ihre Zeitschrift und werde zu den Jahrestreffen der kirchlichen Sammlung eingeladen, obwohl ich nie beigetreten wäre oder je einen Cent Beitrag bezahlt hätte. Offenbar ist die Mitgliedschaft erblich, mein Vater war mit Dieter Müller auf Du und überhaupt regelmäßig dabei – wenn auch ohne Funktion.

Trotz all dieser Gemeinsamkeiten muss ich Ihnen widersprechen…………………………..bitte weiterlesen, mit dem link, kopieren und in die Browserzeile eingeben.

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Tagesabschluss, Freitag 27. Mai 2016, 23 Uhr zum CSD

Samstag, den 4. Juni 2016

27. Mai 2016, 23 Uhr

  “Und Gott sah an, alles was er gemacht hat,

und siehe es war sehr gut”

                       Die Stimmung war sehr angenehm, 
                       mit 180 Teilnehmer_innen sehr gut besucht.
                       Die Orgel und Zlil Or, Klezmermusik, 
                       gaben den musikalischen Rahmen.

IMAG0299IMAG0288Eine sehr schöne und angemehme Stimmung

 

 

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CSD Dresden feiert mit kirchlicher Unterstützung

Mittwoch, den 25. Mai 2016

DNN NR. 120 I MITTWOCH, 25. MAI 2016

CSD Dresden feiert mit kirchlicher Unterstützung

10 000 Teilnehmer bei Parade am Sonnabend erwartet

VON PAUL FELIX MICHAELIS UND STEPHAN LOHSE

Der Christopher Street Day 2016 in Dresden soll eine Feier der Superlative werden. Mit 9,2 Kilometern haben die Dresdner die längste Route in Deutschland, verrät Ronald Zenker, Vorstand des CSD Dresden. Bis zu 10000 Teilnehmer werden erwartet, wenn die CSD-Demo am Sonnabend ab 12 Uhr unter dem Motto „Warum nicht gleich?” durch die Stadt zieht. Zum Demoende um 16 Uhr spielen auf dem Altmarkt 75 Musiker und ein 200-köpfiger Chor der Musikfestspiele Beethovens Ode an die Freude, auch das ist einmalig in Deutschland.

Das größte Novum ist die enge Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche.

Wir sind sehr froh, dass wir den Superintendenten Christian Behr als Schirmherr für den Freitag gewinnen können”, betont Zenker. Dies sei eine Premiere, noch nie habe ein Kirchenvertreter diese Rolle beim CSD übernommen. „Die Kirchen taten sich in ihrer Geschichte oft schwer mit der Anerkennung der menschlichen und gesellschaftlichen Vielfalt”, beschreibt Behr die Gründe für sein Engagement. „Und doch gilt seit Beginn der Christenheit der Grundsatz: Vor Gott haben alle Menschen die gleiche Würde.” Geplant ist am Freitag eine Abendandacht in der Kreuzkirche. Das Gebet ruft nicht nur zu mehr Toleranz und Gleichheit auf, sondern gedenkt auch denjenigen der schwul-lesbischen Gemeinschaft, die homophoben Übergriffen oder einer HIV-Infektion zum Opfer fielen.

Die CSD-Macher laden am Wochenende zudem zum Familienfest auf den Altmarkt ein, mit Riesenrad, Trampolin-Bungee, Regenbogenmanufaktur und Showbühne. „Das Wochenende kostet uns als Verein 80000 Euro, das können wir ohne finanzielle Hilfe und Sponsoren gar nicht stemmen”, so der Finanzvorstand Matthias Eibisch.

Semperopern-Intendant Wolfgang Rothe und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) unterstützen das Wochenende als Schirmherren, unter anderem für den Regenbogen-Brunch am Sonntagvormittag. Am Sonntag um 16 Uhr enden das Festwochenende und die Kundgebungen, doch danach haben Vereine, Kirchen und Initiativen bis zum 3. Juni ein Programm rund um die Themen Lesbisch, Schwul, Transgender, Transsexuell und Queer in Deutschland und aller Welt auf die Beine gestellt. „Wie gut die Organisation geklappt hat, beweist, was man in Dresden erreichen kann, wenn man mit­einander redet”, freut sich Eibisch.

Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Der Tag erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street 1969. Neben politischen Forderungen steht beim CSD das Feiern des eigenen Lebensstils im Mittelpunkt.

Hier der interessanteste Teil des Artikels:

CSD Dresden feiert mit kirchlicher Unterstützung

10 000 Teilnehmer bei Parade am Sonnabend erwartet

VON PAUL FELIX MICHAELIS UND STEPHAN LOHSE

Der Christopher Street Day 2016 in Dresden soll eine Feier der Superlative werden.

……

Das größte Novum ist die enge Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche.

Wir sind sehr froh, dass wir den Superintendenten Christian Behr als Schirmherr für den Freitag gewinnen können”, betont Zenker. Dies sei eine Premiere, noch nie habe ein Kirchenvertreter diese Rolle beim CSD übernommen. „Die Kirchen taten sich in ihrer Geschichte oft schwer mit der Anerkennung der menschlichen und gesellschaftlichen Vielfalt”, beschreibt Behr die Gründe für sein Engagement. „Und doch gilt seit Beginn der Christenheit der Grundsatz: Vor Gott haben alle Menschen die gleiche Würde.” Geplant ist am Freitag eine Abendandacht in der Kreuzkirche. Das Gebet ruft nicht nur zu mehr Toleranz und Gleichheit auf, sondern gedenkt auch denjenigen der schwul-lesbischen Gemeinschaft, die homophoben Übergriffen oder einer HIV-Infektion zum Opfer fielen.

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Pfarrer fordern tolerantere Landeskirche in Sachsen

Donnerstag, den 19. Mai 2016

DNN vom 19_Mai_2016

DNN vom 19. Mai 2016
Pfarrer fordern tolerantere Landeskirche
Fundamentalistischer Kurs in Sachsen stößt auf Kritik
VON WINFRIED MAHR
LEIPZIG. In der sächsischen Landeskirche brodelt es gewaltig. Elf Pfarrer und
Gemeindemitglieder aus Leipzig, Dresden, Meißen, Würzen, Stollberg und Schmannewitz
bieten mit einem Online-Forum jetzt eine Art Ventil. „Es herrscht große Unzufriedenheit
über den konservativen Geist in der Landeskirche, der schon an Fundamentalismus
grenzt”, sagte Christoph Maier der LVZ. Der Pfarrer der Leipziger Bethlehemgemeinde hatte
bereits zur Amtseinführung des Landesbischofs Carsten Rentzing eine kritische Petition
verfasst. Die Debatte um die Öffnung sächsischer Pfarrhäuser für homosexuelle Paare hatte
die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens vor eine Zerreißprobe gestellt. Mit dem
neuen „Forum für Gemeinschaft und Theologie” sollen Menschen ermutigt werden, „die sich
einen weltoffenen Geist in der sächsischen Landeskirche wünschen”, heißt es.
„Die sächsische Landeskirche wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend
isoliert und regressiv.” Initiativen wie die sächsische Bekenntnis-Initiative prägten „ein
einseitiges, rückwärts gerichtetes Bild, welchem wir ein anderes Verständnis von Kirche
und Glauben gegenüberstellen wollen”, fügte er hinzu. „In unsicheren Zeiten neigen Teile
der Gesellschaft dazu, sich an Altbewährtes zu klammem und Neues zu verdammen.” Die
verbreitete Homophobie sei nur ein Indikator für Ausgrenzung und Diskriminierung. „Es
drängen sich noch mehr Grundsatzfragen auf, die religiös diskutiert und progressiv
angegangen werden müssen”, betonte Maier. Landesbischof Rentzing gilt wegen seiner
Haltung zur Homosexualität als umstritten. Noch vor seiner Amtseinführung hatte er
betont, die homosexuelle Lebensweise entspreche nicht dem Willen Gottes.
Ziel des Forums sei es, „ein klares und lautes Zeichen für eine aufklärende Theologie, für
Offenheit und Vielfalt unserer Kirche” zu setzen. Das Forum wolle eine breite öffentliche
Diskussion zum Thema anstoßen und „Solidarität üben mit Menschen, die aufgrund ihrer
Lebenssituation oder Lebensweise von einzelnen Gemeinden ausgegrenzt und diskriminiert
werden”, heißt es.
Ein erstes Treffen zur Präsentation des Forums und zur öffentlichen Meinungsbildung ist
am 27. August in der Leipziger Peterskirche geplant.
* www.frei-und-fromm.de

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Ablehnung der Trauung Homosexueller

Freitag, den 13. Mai 2016

Neun pietistische Verbände lehnen die Trauung homosexuell liebender Menschen vehement ab. Gleichzeitig sprechen sich dieselben Organisationen gegen die Herabsetzung und Ausgrenzung von Lesben und Schwulen aus. Ein widersprüchlicher, bizarrer und bigotter Akt.

mehr:
http://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-queer/134491/13-05-2016

 

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Erstes schwules Pastorenpaar der Nordkirche

Dienstag, den 10. Mai 2016

Hier ein toller Bericht vom NDR zur Amtseinführung von Ciprian und Stefan. Einfach den link kopieren und in die Browserzeile einfügen.

Da kann die sächsische Landeskirche noch was lernen.

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Erstes-schwules-Pastorenpaar-der-Nordkirche,pastoren132.html

und das Abendblatt der Region Sandesneben schreibt:

“Zitat”Die Pastoren Mátéfy und Rost sind die ersten homosexuellen Eheleute, die gemeinsam eine Pfarrei der Nordkirche führen. Sandesneben.  Es begab sich am 24. Juni 1314, als Bischof Marquard von Ratzeburg die St. Marien-Kirche in Sandesneben einweihte. Auf einer Urkunde, die man im 17. Jahrhundert luftdicht verschlossen im Altar fand, wurde dieses Datum der Nachwelt überliefert. Für den Gottesdienst gut 700 Jahre später an selber Stelle wird auch in ein paar Jahrhunderten niemand nach einem vergilbten Dokument fahnden müssen. Welche Suchmaschine im Internet dann auch gebräuchlich sein wird, für den 8. Mai 2016 wird sie liefern: Pröpstin Frauke Eiben begrüßte am Sonntagnachmittag Stephan Rost, 38, und Ciprian Mátéfy, 33, offiziell als Pastoren der schleswig-holsteinischen Gemeinde Sandesneben. Damit führt zum ersten Mal in der Geschichte der Evangelisch-Lutherischenen Nordkirche ein homosexuelles Paar gemeinsam eine Pfarrei. Rost und Mátéfy haben 2014 geheiratet. Ganz bewusst verzichtete die Pröpstin im Gottesdienst auf eine historische Einordnung: “Das mache ich bei heterosexuellen Paaren ja auch nicht”, sagte sie nach der Zeremonie. Pastor Rost sagte in seiner ebenso klugen wie charmanten Predigt, wie wichtig Offenheit für den Glauben sei. Diese Offenheit müsse von beiden Seiten kommen; wer wollte, konnte dies als Fußnote fürs Private begreifen. Theologische Popstars einer Schwulenbewegung wollen beide ohnehin nicht sein. Interviewwünsche lehnen sie so freundlich wie bestimmt ab, viel wichtiger sei ihnen das Kennenlernen der Gemeinde. Und die ist mit über 4000 Gläubigen, verteilt auf neun Dörfer, wahrlich groß genug. Ihr gemeinsamer Amtsantritt bleibt indes ein veritables Politikum. Das Parlament der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), die Synode, hatte zwar bereits 2011 offiziell die Pfarrhäuser für Homo-Ehen geöffnet. In Sachsen, wo die beiden zunächst arbeiteten – Rost in Börln in der Nähe von Leipzig, Mátéfy in Dresden – spielte die Frage, ob schwule Pfarrer gemeinsam im Pfarrhaus leben dürfen, dennoch eine entscheidende Rolle bei der Bischofswahl 2015. Nach sechs Wahlgängen setzte sich schließlich Carsten Rentzing als Bischof der Landeskirche Sachsen mit einer Stimme Vorsprung durch. Er hatte sich zuvor sehr klar in Sachen Homosexualität geäußert: “Sie entspricht nicht dem Willen Gottes.” Bei seine Amtseinführung protestierten mehrere Pfarrer mit Regenbogen-Beffchen, der Farbe der Schwulen- und Lesben-Bewegung. Es ist ein Skandal, dass Sexualität und gleichgeschlechtliche Liebe immer noch mit Sünde verbunden werden. Für Rost und Mátéfy war die Wahl Rentzings wohl das letzte Signal, Sachsen zu verlassen. Über die Brücke, die ihnen gebaut wurde – sie hätten eine gemeinsame Pfarrei übernehmen können, wenn der Kirchenvorstand der betreffenden Gemeinde einstimmig zugestimmt hätte –, mochten sie nicht gehen. “Man ist immer abhängig von dem persönlichen Wohlergehen vieler Beteiligter”, sagt Mátéfy. In seiner Dresdner Gemeinde im Stadtviertel Johannstadt, einem sozialen Brennpunkt, löste sein Abschied Bestürzung aus. “Er war genau der Pfarrer, auf den wir lange gewartet haben”, klagt Ralf Reinsperger, Kirchenvorstand der Dresdner Gemeinde. Mátéfy habe den “Nerv der Leute getroffen”, seinetwegen seien auch Jüngere öfter in den Gottesdienst gekommen: “Manchmal gab es nach seinen Predigten spontanen Beifall.” Stattdessen darf sich jetzt Maren Meineke freuen. “Für uns sind die beiden ein Glücksfall”, sagt das Mitglied des Sandesnebener Kirchengemeinderates. Meineke, mit ihrer Familie Inhaberin von fünf Edeka-Märkten in Sandesneben und Umgebung, hat in ihrem Berufsleben schon viele Bewerbungsgespräche geführt. Selten sei sie sich so sicher gewesen wie bei der Vorstellungsrunde der Pastoren im Kirchenrat: “Die beiden haben menschlich wie fachlich einen Top-Eindruck gemacht.” Zudem hätten beide Pfarrer auch dank ihrer Auslandserfahrung die gewünschte Expertise in Sachen Flüchtlingsarbeit. Beide studierten in Rumänien, Rost legte sein Vikariat in Rom ab. Und die Gemeinde? Als Meineke ihre Mutter zum neuen Pastorenpaar fragte, sagte die nur: “Ob mich mal ein schwuler oder nicht schwuler Pastor beerdigt, ist doch nun völlig egal.” So entspannt sehen das indes nicht alle, auch Maren Meineke ist sicher, dass “darüber hinter vorgehaltener Hand schon getuschelt wird.” Auch in hohen Kirchenkreisen im Norden ist das Ja zur Homo-Ehe im Pfarramt keineswegs unumstritten. Kirche müsse “Nein sagen lernen, auch wenn die Gesellschaft Druck ausübt”, sagt der ehemalige Lübecker Bischof Ulrich Wilckens. Der habilitierte Theologe ist überzeugt, dass Homosexualität mit dem Neuen Testament nicht vereinbar sei: “Homosexuellen Menschen muss die Kirche raten, bindungslos zu leben.” Pröpstin Eiben entgegnet: “Ich sehe die Bibel immer im gesellschaftlichen Kontext – und der verändert sich. Ich finde, wir sollten uns an der Haltung Jesu orientieren, gerade wenn es um moralische Verbote geht. Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung und Nächstenliebe, das sind seine Werte.” Eiben hält es für einen “Skandal, dass Sexualität und gleichgeschlechtliche Liebe immer noch mit Sünde verbunden werden. Wir sollten von Sünde reden, wenn Waffen in Krisenregionen exportiert werden oder Menschen auf der Flucht sterben.” Bei Kaffee und Kuchen waren nach dem Gottesdienst im reetdachgedeckten Gemeindesaal theologische Diskussionen indes kein Thema. “Die beiden sind sehr nett und sprechen auch so deutlich”, sagte eine ältere Dame. Und freute sich über das Marzipanherz. Die hatten die Pfarrer am Ausgang allen Frauen spendiert. War ja Muttertag.”Zitat Peter Wenig Ende”

 

 

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