Christlich-Schwul-LesBischer Stammtisch Dresden

Wie Gott es sich eigentlich gedacht hat -„bibeltreuer“ Biologieunterricht

Braunschweig ist die Stadt der jüngsten Schulneugründung evangelikaler Christen, also jenes Teils der Protestanten, der die Bibel wörtlich auslegt und bestimmte Texte eins zu eins in unsere Zeit überträgt. Deutschlandweit gibt es 92 evangelikale Privatschulen – mit steigenden Anmeldezahlen. Allein im vergangenen Jahr ist die Schülerzahl um mehr als fünf Prozent gewachsen, auf über 33.000. Das ist zwar immer noch eine Minderheit aller Schüler, nicht einmal ein Prozent, aber eine, die wächst.

Es stellt sich die Frage, wie es eigentlich zugeht in den evangelikalen Schulen, die ja auch die staatlichen Bildungsziele erfüllen müssen. Lässt das Privatschulrecht Inseln zu, auf denen Kinder nur das lernen, was ins religiöse Weltbild der Träger dieser Schulen passt?

Von staatlichen Bildungszielen kann keine Rede sein, wenn es z.B. um die Sexualität geht. „Sexualität ist nach unserem Verständnis der Ehe vorbehalten“, heißt es. Und beim Thema Homosexualität wird gelehrt, „wie Gott es sich eigentlich gedacht hat“ – nämlich nicht so!
Dass eine solch rigide Sexualmoral Heranwachsenden in ihrer Entwicklung Schaden zufügt, lässt sich wohl nicht vermeiden.

15. November 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Lieben Leiden Lachen. Ein schwuler Pastor erzählt

Der aus Fernsehsendungen bekannte Hans-Jürgen Meyer hat ein Buch über seine Erfahrungen als schwuler Pastor geschrieben. In Lieben Leiden Lachen erzählt Hans-Jürgen Meyer aus einem Leben, das reich an vielerlei Emotionen ist.

Als sich der junge Pastor eines Tages entscheidet, nicht länger seine Homosexualität zu verbergen, beginnen schlagartig die Probleme. Auseinandersetzungen, Verhandlungen, Dienstenthebung – und noch nicht genug: er erhält nach einem freiwilligen Test die Diagnose HIV-positiv.

Das Vorwort zum Buch hat Frau Dr. Margot Käßmann geschrieben. Sie sorgt maßgeblich für die Rehabilitation Meyers. Auch der heutige Landesbischof Ralf Meister äußert sich unmissverständlich zu den damaligen Geschehnissen, und der renommierte Professor Manfred Josuttis nimmt kein Blatt vor den Mund.

Hans-Jürgen Meyer erzählt, warum er den Talar nicht an den Nagel hängt und ermutigt Betroffene: „Wer identisch leben will, muss Farbe bekennen.“ Er hat es nicht bereut, ein Leben ohne Maske zu leben. Er hat mehr gelacht als geweint.

15. November 2011 / Kategorie: Impressionen / Autor: Horst

VELKD beschließt Pfarrerdienstgesetz

Am 8. November hat die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands das neue Pfarrerdienstgesetz der EKD beschlossen. Damit übernimmt  die VELKD für sich und ihre acht lutherischen Landeskirchen dieses Gesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland – auch mit dem Paragraphen 39. Dieser Paragraph eröffnet die Möglichkeit, dass Pfarrer/innen, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammenleben, gemeinsam im Pfarrhaus wohnen können. Dies setzt jedoch den zusätzlichen Beschluss einer entsprechenden Ausführungsbestimmung voraus.

Nach kontroverser Diskussion hat die Generalsynode der VELKD ausdrücklich darauf verzichtet, eine solche Regelung für ihre Gliedkirchen zu beschließen. Dies müssen nun die einzelnen Landeskirchen selbst tun.

In diesem Zusammenhang wurde aber eine sehr wichtige Feststellung aus dem Jahr 2004 erneut bestätigt. Sie besagt, dass unterschiedliche Positionen zur Frage gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften als Ordnungsfragen gelten und nicht den Bekenntnisstand (status confessionis) berühren.

9. November 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Liebe oder Sünde –

Beitrag im SONNTAG, Wochenzeitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Dürfen homosexuelle Partner im Pfarrhaus leben oder gesegnet werden? Darüber gehen die Meinungen in der Landeskirche weit auseinander.
Es geht ums Ganze

Die sächsische Landeskirche ist groß. So groß, dass sich die verschiedenen Regionen und Frömmigkeitsrichtungen mitunter kaum verstehen. Gestochen scharf zeigt dies die aktuelle Debatte um gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Sie entzündet sich am neuen Pfarrerdienstgesetz der EKD, das in einem Anhang zu Paragraph 39 die Pfarrhäuser öffnet für jede Form von verbindlichen Partnerschaften – auch für homosexuelle.
Im kommenden Frühjahr soll die sächsische Landessynode über dieses Gesetz entscheiden. In einer Erklärung bitten vorab 77 meist südsächsische Gemeinden die sächsische Kirchenleitung und Synode, nichts an ihrer bisherigen Haltung zu ändern: Homosexuelle dürften zwar Pfarrer sein, aber im Pfarrhaus keine Beziehung leben.
»Unter den Gemeindegliedern ist eine große Sorge da, dass sich die Kirche in dieser Frage unter dem gesellschaftlichen Druck von ihrem Bekenntnis und der Heiligen Schrift ablöst«, sagt Gaston Nogrady. Der Pfarrer im erzgebirgischen Markersbach rief den Appell im Mai ins Leben – und fast täglich schließen sich neue Gemeinden an. Der Theologe verweist auf die Bibel: Mann und Frau seien in der Schöpfung einander zugeordnet, dies begründe das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie. In keiner Weise aber wolle er homosexuelle Menschen diskriminieren oder zu ihren Partnerschaften eine Wertung abgeben, betont Nogrady.
Nicht alle Kritiker urteilen so differenziert. In einem Brief an sämtliche Gemeinden der Landeskirche bezeichnete ein Chemnitzer Pfarrer eine Zulassung homosexueller Partnerschaften als »Gott-widrige schwerwiegende Gefährdung unserer Landeskirche« und drohte gleichgeschlechtlich Liebenden – unter Berufung auf den Apostel Paulus im Römerbrief – mit »Gottes Zorn«.
Auf dem Pfarrertag im September kritisierte Landesbischof Jochen Bohl außergewöhnlich deutlich die »aggressive Sprache« mancher Kritiker und mahnte einen respekt- und liebevollen Umgang miteinander an.
Um das explosive Potential des Themas zu entschärfen, hatte die Kirchenleitung eigens eine Arbeitsgruppe »Homosexualität in biblischem Verständnis« eingerichtet, mit deren Abschlussbericht sie sich auf einer Klausurtagung am 20. und 21. Januar 2012 gründlich beschäftigen will.
Ob daraus ein Kurswechsel erwächst, ist offen.
Fest steht aber jetzt schon zweierlei: Die Kirchenleitung möchte auf die umstrittenen Ausführungsbestimmungen des Paragraphen 39 verzichten. Und sie hat Angst vor einem Zerbrechen der Einheit der Landeskirche.
Der Verweis auf die gefährdete Kircheneinheit aber dürfe von Seiten der Kritiker nicht als Druckmittel genutzt werden, sagt Albrecht Nollau. Der Superintendent des Kirchenbezirks Dresden Nord wünscht sich eine Diskussion des Schriftverständnisses. »Die Bibel ist von Menschen in einer ganz bestimmten Zeit geschrieben worden. Auslegung ist mehr als einfaches Ablesen – man muss auch die Intention der Bibel im Blick behalten, Zeugnis der Liebe Gottes zu sein.«
In den Großstadtgemeinden von Dresden und Leipzig indes gibt es die Debatte um homosexuelle Pfarrer kaum. Hier wurden wie in der Dresdner Kreuzkirchgemeinde in letzter Zeit sogar gleichgeschlechtliche Partner gesegnet – wenn auch nur im kleinen, seelsorgerlichen Rahmen. Mehr lassen die Beschlüsse der Landeskirche nicht zu. Doch die Stadtgemeinden gehen diesen Weg mit.
»Es gibt keine Äußerung von Jesus über die Homosexualität«, sagt der Dresdner Kreuzkirchenpfarrer Joachim Zirkler. »Aber es gibt viele Zeugnisse, wie er mit Menschen umging, die in der Gesellschaft in der Minderheit und nicht so angesehen waren.«
Liebe oder Sünde: Für viele ­Christen könnte die Haltung ihrer Landeskirche gegenüber Homosexuellen zur Bekenntnisfrage werden.

Andreas Roth

20. Oktober 2011 / Kategorie: Texte / Autor: Horst

Liebe oder Sünde – dürfen homosexuelle Pfarrer im Pfarrhaus leben?

„Es geht ums Ganze“ – so steht im Untertitel eines Beitrages, den der SONNTAG auf der Titelseite seiner Ausgabe vom 20.11.2011 veröffentlicht.
Andreas Roth beschreibt darin sehr genau die kontroversen Diskussionen, die seit einigen Monaten in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens geführt werden. Angefeuert wurden diese Diskussionen durch einen Brief eines Pfarrers an alle sächsischen Kirchgemeinden (wir berichteten am 9.8. unter der Überschrift „Schreckliche Verirrung“). Die Diskussionen werden teils so unversöhnlich und unsachlich geführt, dass der Eindruck entsteht: es wird in unserer Landeskirche bei den bestehenden Regelungen bleiben, denn „die Kirchenleitung hat Angst vor einem Zerbrechen unserer Landeskirche“.
Der Wortlaut des Beitrages im SONNTAG ist in unserer Rubrik „Texte“ zu lesen – oder direkt in der Internetseite des SONNTAG: http://www.sonntag-sachsen.de/2011/10/20/pfarrer_homosexualitat_kirche_bibel_liebe-oder-sunde/

20. Oktober 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Coming-out in der Gemeinde: “Klar seinen Weg gehen”

Das Internetforum  www.evangelisch.de hat Homosexualität zum Thema des Monats gemacht und als Einstieg ein sehr interessantes Interview mit Michael Seufer veröffentlicht.
Vor drei Jahren erlebte Michael Seufer das Coming-out eines seiner besten Freunde. Dies führte den Diakon und Sozialarbeiter dazu, sich intensiv mit dem Thema Homosexualität zu beschäftigen. Viele Gespräche mit homosexuell liebenden und überzeugten Christen haben Michael Seufer gezeigt, dass der Umgang mit schwulen und lesbischen Christen in vielen Gemeinden noch ein unerledigtes Thema ist, das zu ihrer Ausgegrenzung und Abwertung führt. Michael Seufer engagiert sich seitdem ehrenamtlich im Verein “zwischenraum”, der homosexuellen Christinnen und Christen einen Ort gibt, ihren Glauben zu leben und Gemeinschaft zu erfahren.
Michael Seufer ist Diakon und Sozialarbeiter und betreibt eine eigene Beratungspraxis in Oy-Mittelberg im Allgäu.

http://www.evangelisch.de/themen/religion/coming-out-in-der-gemeinde-klar-seinen-weg-gehen49421

 

6. Oktober 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

Vom Mann zur Frau – vom Pfarrer zur Pfarrerin

Christina Bergmann ist Pfarrerin. Sie wurde 1962  als Mann geboren, studierte Theologie und arbeitete als Gemeindepfarrer. Nachdem sie den Wandlungsweg vom Mann zur Frau gegangen ist, arbeitet sie nun als Pfarrerin im Sauerland.
Über ihren Wandlungsweg vom Mann zur Frau hat sie ein Buch geschrieben. Mit diesem Buch möchte sie ermutigen, der inneren Stimme zu folgen, loszulassen und zu vertrauen, um das eigene Leben, das Gott in uns hineingelegt hat, in seiner Tiefe zu entdecken, anzunehmen und auch zu lieben.

Völlig frei und offen beschreibt Christina Bergmann ihren Weg mit allen Höhen und Tiefen. Begleitet wird sie durch Christus, der durch Bibelzitate und Eingebungen immer in Ihrer Nähe ist.
Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen, um einfach öfter innezuhalten, in sich hineinzuhören, seine eigentlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen zu folgen.

Christina Bergmann
“Und meine Seele lächelt”
Pomaska-Brand Verlag 2010

6. Oktober 2011 / Kategorie: Impressionen / Autor: Horst

“Wer etwas ändern will, muss bleiben”

“Schwul und katholisch – für Markus Gutfleisch ist das kein Widerspruch. Er hat Theologie studiert und ist Sozialarbeiter bei der Caritas. Die Haltung von Benedikt XVI. gegenüber Homosexuellen findet er respektlos. Von Protesten gegen den Papstbesuch hält er trotzdem nichts. Ein Gespräch über die Liebe, die Gott für alle empfindet – und die Kirche nur für manche.”

Dieses interessante Interview der Süddeutschen Zeitung  mit Markus Gutfleisch ist sehr zu empfehlen und hier nachzulesen:

http://www.sueddeutsche.de/leben/homosexualitaet-und-katholizismus-wer-etwas-veraendern-will-muss-bleiben-1.1146790


 

26. September 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Kristin

Alt werden in Dresden – (k)ein Problem für Lesben und Schwule?

Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden und Gerede e.V. laden zu einer Veranstaltung am 12. Oktober 19 Uhr ein. Es geht um die Frage nach dem Altwerden als Lesben und Schwule in unserer Stadt. Ein Thema, über das man nicht erst im Alter nachdenken sollte.  Angesprochen sind deshalb gleichgeschlechtlich Veranlagte ab 40 Jahren.
Wir wollen an diesem Abend einen Einblick in die Lebenssituation von homosexuellen Menschen im Alter gewinnen und folgende Fragen diskutieren:
- Welche Erwartungen haben ältere Lesben und Schwule?
- Welche Angebote für diese Zielgruppe gibt es bereits in Dresden?
- Was muss sich ändern?

Referent_innen:
Josef „Butz“ Brand, Gründer der Gruppe “50plusminus“ (Schwules Forum Köln)
Simone Koschewa, Diplom-Sozialpädagogin aus München

Mittwoch, 12. Oktober, 19:00 Uhr im Kulturrathaus – Königstraße 15

18. September 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst

In Bayern soll die Öffnung des Pfarrhauses zurück genommen werden

Die Ev.-Luth. Landeskirche Bayern hat vor 1 Jahr beschlossen, das Zusammenleben von gleichgeschlechtlichen Paaren im Pfarrhaus zu ermöglichen, sofern diese in einer eingetragenen Partnerschaft leben.
Diesen Beschluss möchte der evangelikal-konservative „Arbeitskreis Bekennender Christen“ wieder kippen. Er hat der Kirchenleitung eine Petition mit mehreren tausend Unterschriften überreicht und begründet seine Forderung, die Öffnung des Pfarrhauses zurückzunehmen, mit der Behauptung: Homosexualität sei ein zutiefst unbiblisches Verhalten, wer gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche dulde, gebe die Bindung der Kirche an die Autorität der Heiligen Schrift auf.
mehr: http://www.lesbischschwulerkonvent.de/

13. September 2011 / Kategorie: Neuigkeiten / Autor: Horst
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